"Historische Verantwortung"Länder und Yad Vashem wollen Bildungsarbeit ausbauen

Die Bundesländer und die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem wollen ihre Bildungsarbeit gegen Antisemitismus ausbauen.
Die Bildungsministerkonferenz, die Wissenschaftsministerkonferenz und die Kulturministerkonferenz stimmten einer neuen Kooperationsvereinbarung mit der Gedenk- und Bildungsstätte zu. Das teilte die Kulturministerkonferenz mit. Die Partner wollen demnach unter anderem die Auseinandersetzung mit dem Holocaust in der Ausbildung von Lehrkräften und die Fortbildung pädagogischer Fachkräfte ausbauen. Schulen, Hochschulen, Gedenkstätten und Museen sollen enger mit Yad Vashem zusammenarbeiten. "Die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten, ist und bleibt unsere historische Verantwortung", sagte Anna Stolz (Freie Wähler), Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und bayerische Kultusministerin. Gerade in Zeiten, in denen Antisemitismus wieder offen zutage trete, sei es wichtiger denn je, junge Menschen über die Geschichte aufzuklären.
Mit der Vereinbarung wollen die Partner auch auf die Verbreitung antisemitischer Inhalte und verfälschter Darstellungen des Holocaust im Internet reagieren. Die Vereinbarung soll im Januar 2027 unterzeichnet werden. Sie baut auf einer bereits bestehenden Partnerschaft auf. Markus Blume (CSU), Präsident der Wissenschaftsministerkonferenz und Bayerns Ressortchef, betonte: "Die Wahrheit über den Holocaust ist nicht verhandelbar. Gegen Geschichtsfälschung und antisemitische Hetze helfen keine falschen Kompromisse, sondern Fakten, Aufklärung und klare Haltung."
Sven Teuber (SPD), Präsident der Kulturministerkonferenz und Kulturminister des Landes Rheinland-Pfalz, sagte: "Wer die Verbrechen des Nationalsozialismus verharmlost, wer Gedenkstätten unter Druck setzt, greift die Grundlagen unserer Demokratie an. Rechtsextremen Versuchen, unsere Geschichte umzudeuten, stellen wir uns entschieden entgegen." Yad Vashem mit Sitz in Jerusalem ist die größte Holocaust-Gedenkstätte der Welt. Die Vereinbarung bezieht den Angaben nach auch das geplante Bildungszentrum von Yad Vashem in Deutschland mit Hauptstandort in München und einer Außenstelle in Leipzig ein.