2536 InfektionenMehr als 1000 Ebola-Tote im Kongo gemeldet

Bei dem jüngsten Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo sind inzwischen mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen.
Wie das nationale Gesundheitsinstitut am späten Mittwochabend mitteilte, stieg die Zahl der Todesfälle in dem zentralafrikanischen Land auf 1033. Insgesamt seien bislang 2536 Infektionen registriert worden. Allein seit dem vorherigen Bericht seien 63 neue Fälle und 34 Tote hinzugekommen. Der Einsatz der medizinischen Helfer wird durch Gewalt von Milizen, Angriffe auf Kliniken und allgemeine Versorgungsengpässe massiv erschwert.
Der Mitte Mai offiziell erklärte Ebola-Ausbruch - der 17. in der Geschichte des Landes – wird durch die seltene Bundibugyo-Variante ausgelöst. Experten gehen davon aus, dass das Virus bereits Wochen vor der offiziellen Bestätigung im Umlauf war. Der Erreger weist eine Sterblichkeitsrate von bis zu 40 Prozent auf. Im Gegensatz zu dem weiter verbreiteten Zaire-Stamm gibt es für die Bundibugyo-Variante weder zugelassene Impfstoffe noch Medikamente. Derzeit prüfen Experten den Einsatz experimenteller Vakzine und untersuchen, ob bestehende Ebola-Medikamente helfen könnten.
Das Virus wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter oder toter Menschen übertragen und verursacht unter anderem Fieber, Erbrechen sowie in schweren Fällen innere und äußere Blutungen. Das Epizentrum des Ausbruchs liegt im Osten des Landes, wo Dutzende bewaffnete Gruppen aktiv sind. Neben der prekären Sicherheitslage kämpfen die Helfer auch mit dem Misstrauen der Bevölkerung. So kam es zu Angriffen auf Gesundheitseinrichtungen durch Einheimische, die teils an Verschwörungserzählungen glauben, wonach die Seuche ein Schwindel sei. Zudem sorgt das Verbot traditioneller Beerdigungen für Wut bei den Angehörigen.
Während sich das Virus im Kongo weiter ausbreitet, scheint das Nachbarland Uganda die Lage unter Kontrolle zu haben. Dort konnte die Zahl der bestätigten Fälle den Behörden zufolge auf 20 begrenzt werden. Seit dem 22. Juni gab es keine Neuinfektionen mehr, der letzte Patient wurde am 16. Juli entlassen. Damit läuft eine 42-tägige Frist, nach deren Ablauf das ostafrikanische Land offiziell für frei von Ebola erklärt werden kann.