Kurznachrichten

IPC schlägt AlarmMehr als zwei Drittel der Menschen in Gaza droht Hunger

24.07.2026, 09:14 Uhr
Blick-auf-die-Truemmer-zerstoerter-Haeuser-in-Gaza-Aufnahme-von-einem-Huegel-auf-der-israelischen-Seite
(Foto: picture alliance/dpa)

Im Gazastreifen könnten bis zum Jahresende mehr als zwei Drittel der Bevölkerung von akutem Hunger bedroht sein, wie die Initiative zur Klassifizierung der Ernährungssicherheit (IPC) am Mittwoch mitteilte.

Demnach könnten über 1,4 Millionen Menschen in eine krisenhafte oder noch dramatischere Situation geraten, da Hilfsorganisationen ihre Lieferungen wegen fehlender Gelder einschränken müssten. Nach dem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas im Oktober 2025 hatte sich die Versorgungslage zunächst deutlich verbessert. Diese Fortschritte seien nun jedoch in Gefahr, hieß es in dem Bericht. Bereits zwischen Mitte April und Ende Juni seien gut 1,2 Millionen Menschen und damit etwa 59 Prozent der Einwohner von schwerem Nahrungsmangel betroffen gewesen.

Die für humanitäre Hilfe zuständige israelische Militärbehörde Cogat bezeichnete den IPC-Bericht als voreingenommen und warf der radikal-islamischen Hamas vor, Hilfsgüter abzuzweigen und zu plündern. Das israelische Außenministerium erklärte, man beschränke die Einfuhr von Lebensmitteln nicht und habe seit Oktober 2025 die Lieferung von mehr als 1,8 Millionen Tonnen Nahrungsmitteln in das Küstengebiet ermöglicht.

Der Gaza-Krieg begann mit einem Angriff der Hamas auf den Süden Israels, bei dem nach israelischen Angaben 1200 Menschen getötet und 251 Geiseln genommen wurden. Bei der anschließenden israelischen Offensive kamen nach Angaben der Gesundheitsbehörde im Gazastreifen über 73.000 Palästinenser ums Leben. 

Quelle: ntv.de, AFP

Regionales