Rutte lobt Deutschlands VerteidigungskursNato-Chef warnt zugleich vor anhaltender Bedrohung durch Russland

Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat Deutschland als treibende Kraft beim Ausbau der europäischen Verteidigungsfähigkeit gewürdigt und vor einer anhaltenden Bedrohung durch Russland gewarnt.
In einer Rede zum Abschluss der Botschafterkonferenz im Auswärtigen Amt in Berlin lobte Rutte am Donnerstag die Entscheidung der Bundesregierung, bis 2029 insgesamt 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Verteidigung auszugeben. Deutschland gebe in Europa am meisten für Verteidigung aus und sei ein Motor der Rüstungsproduktion. "Ihr habt bei der Verteidigung in den sechsten Gang geschaltet", sagte Rutte.
Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sagte Rutte, Russland setze seine Angriffe unvermindert fort und erleide monatlich Verluste von mehr als 40.000 getöteten oder schwer verwundeten Soldaten. Zugleich nehme die Zahl russischer hybrider Angriffe in Europa zu, darunter Cyberattacken, Sabotage und Aktionen mit Drohnen. Nach dem Drohnen-Vorfall in Leipzig Anfang August versicherte er Deutschland die volle Solidarität des Bündnisses. Die Bundesregierung macht für den versuchten Anschlag Russland verantwortlich.
Die Nato werde ihre Unterstützung für die Ukraine fortsetzen und den Ausbau der eigenen Verteidigungsfähigkeiten beschleunigen, kündigte Rutte an. Europa übernehme dabei zunehmend Verantwortung für seine eigene Sicherheit. Ziel sei eine stärkere europäische Säule in einer starken Nato.