Ausblick auf 2027 stimmt optimistischReisebranche erwartet nach starkem Sommer verhaltenes Wintergeschäft

Die deutsche Reisebranche blickt nach einem robusten Sommergeschäft auf einen verhaltenen Winter und einen vielversprechenden Sommer 2027.
Für die Wintersaison 2026/27 liege der Umsatz aktuell zwei Prozent unter dem Vorjahresstand, teilte der Deutsche Reiseverband (DRV) in Berlin mit. Offenbar verzichteten Konsumenten und vor allem Familien von November bis April wegen der aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheit vornehmlich auf eine Zweitreise, nicht aber auf den Haupturlaub im Sommer.
Besonders bei Fernreisen bewege man sich noch deutlich unter dem Umsatzniveau vor Jahresfrist, hieß es. Deutlich positiver falle die vorläufige Bilanz für den Sommer 2027 aus: Hier liege der Umsatz durch Frühbuchungen – etwa im Wachstumsmarkt der Kreuzfahrten – aktuell acht Prozent über dem Vorjahreswert.
Im abgelaufenen Reisesommer 2026 verzeichnete die Branche von Mai bis Oktober ein vorläufiges Umsatzplus von vier Prozent und einen Zuwachs von zwei Prozent bei der Zahl der Reisenden. Ausschlaggebend dafür sei insbesondere ein starkes Last-Minute-Geschäft gewesen.
"Die Menschen wollen reisen, der Urlaub steht in der Konsumpriorität auch weiter ganz weit oben", sagte DRV-Präsident Albin Loidl auf dem Hauptstadtkongress der Branche. "Gleichzeitig sehen wir, dass die Kundinnen und Kunden genauer abwägen und teilweise später buchen." Ein starkes Frühbuchergeschäft zu Jahresbeginn sei mit dem Beginn des Nahost-Konflikts im März abgeebbt.
Besonders positiv entwickelten sich im Sommer 2026 die Ziele am Mittelmeer. Reisen in den östlichen Mittelmeerraum mit Griechenland und der Türkei erzielten ein Umsatzplus von acht Prozent. Die Türkei legte dabei um neun Prozent zu, Griechenland um zehn Prozent. Die westlichen Mittelmeerziele verbuchten ein Plus von fünf Prozent. Auch Kreuzfahrten lagen mit fünf Prozent über dem Vorjahresniveau.
Deutlich schwächer entwickelte sich dagegen das Fernreisegeschäft mit einem Umsatzminus von 14 Prozent. Hier wirkten sich Flugstreichungen und Reisewarnungen wegen des Nahost-Konflikts aus, erklärte der Verband, der die Interessen von Pauschalreiseanbietern und Reisebüros vertritt.
Mit Blick auf die Zukunft zeigte sich der DRV-Präsident verhalten optimistisch. "Der aktuelle Buchungsstand mit den Frühbuchungen für den Sommer 2027 stimmt grundsätzlich zuversichtlich", erklärte Loidl.