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New York CitySchließung der Gefängnis-Insel Rikers Island verzögert sich

14.10.2026, 10:43 Uhr
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(Foto: REUTERS)

Rikers Island ist berüchtigt: Dutzende Häftlinge starben in dem New Yorker Gefängnis durch Gewalt und mangelnde Versorgung. Deshalb ist die Schließung des riesigen Komplexes auf einer Insel im Hudson River seit Jahren beschlossene Sache.

2027 sollten alle Insassen in kleinere Anstalten verlegt werden, doch deren Bau verzögert sich. Die Stadt könne den Zeitplan nicht einhalten, räumte New Yorks neuer Bürgermeister Zohran Mamdani ein.

Rikers Island sei "in einem erbärmlichen Zustand", sagt Lauren Stossel, die als Psychiaterin dort arbeitete, bis sie zur unabhängigen Aufsichtsbehörde für die New Yorker Gefängnisse wechselte. Die Türen und Fenster der Zellen sind kaputt, immer wieder gibt es Überschwemmungen und im Winter ist es unerträglich kalt, im Sommer viel zu heiß. Auch grassierende Gewalt, Überbelegung, Drogen und Personalmangel tragen laut Stossel zu den katastrophalen Bedingungen bei.

Das Gefängnis wurde 1932 auf der abgelegenen Insel zwischen den Stadtteilen Queens und Bronx eröffnet. Überwiegend sitzen hier Untersuchungshäftlinge ein, die in New York auf ihren Prozess warten. Zu den prominentesten Insassen zählen der Sexualstraftäter Harvey Weinstein, der Rapper Tupac Shakur, Boxer Mike Tyson und der französische Politiker und frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn. Seit 2015 steht Rikers Island unter Aufsicht der Bundesjustiz, nachdem die zahlreichen Missstände aufgedeckt worden waren.

2017 ordnete der damalige demokratische Bürgermeister Bill de Blasio an, das Gefängnis bis August 2027 komplett zu schließen. Doch bis jetzt wurden nur kleine Teile des Komplexes stillgelegt und die vier Gefängnisse in Manhattan, Brooklyn, Queens und der Bronx, die Rikers Island ersetzen sollen, sind noch Baustellen.

"Wir haben vier Jahre während der Pandemie verloren", sagt Insha Rahman von der Organisation Vera Institute of Justice, die sich für eine Reform des Strafvollzugs einsetzt. Auch habe der demokratische Politiker Eric Adams, de Blasios Nachfolger als Bürgermeister, wenig Interesse und Engagement gezeigt, das Vorhaben voranzubringen.

Mamdani, ein linker Demokrat, berief nach seinem Amtsantritt zu Beginn des Jahres einen ehemaligen Häftling an die Spitze der Gefängnisverwaltung und schuf Platz für hundert kranke Häftlinge in einer Klinik in Manhattan.

"Wir sind entschlossen, die Schließung von Rikers Island so schnell wie möglich voranzutreiben, und die dunkle Geschichte eines Strafvollzugssystems hinter uns zu lassen, das weder den Inhaftierten noch dem Personal dient", sagt Dana Kaplan, die im Rathaus für die Gefängnisse zuständig ist. Der Stadtrat muss nun einen neuen Termin für die Schließung von Rikers Island festsetzen.

Quelle: ntv.de, AFP

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