Gewaltsame DemonstrationenStudentenproteste in Albanien - Bildungsministerium in Brand gesetzt

Bei gewaltsamen Studentenprotesten in der albanischen Hauptstadt Tirana ist am Mittwoch das Bildungsministerium in Brand geraten.
Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Menge auseinanderzutreiben. Tausende Demonstranten hatten sich am zweiten Tag der Proteste gegen Korruption und Missstände im Bildungssystem vor dem Ministerium versammelt. Einige warfen Ziegelsteine auf das Gebäude, rissen Absperrgitter nieder und warfen Mülltonnen um. Einem Augenzeugen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge geriet zudem eine nahegelegene Filiale der Raiffeisen Bank in Brand.
Die stellvertretende Ministerpräsidentin Albana Kociu verurteilte die Ausschreitungen. Protestieren sei ein legitimes Recht, erklärte sie auf Facebook. Dies dürfe jedoch kein Vorwand für Gewalt, die Zerstörung der Stadt oder Kämpfe auf offener Straße sein. Sie rief die Studenten auf, sich von Vandalismus zu distanzieren. Die Proteste, die im Mai begannen, richten sich gegen die Bedingungen an den Universitäten, hohe Bildungskosten, mangelnde finanzielle Unterstützung und schlechte Beschäftigungsaussichten nach dem Abschluss. Die jüngsten Unruhen stellen die bislang schwerste Eskalation dar und bedeuten eine wachsende Herausforderung für die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama.