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Studie zu UnternehmensrisikenAusfallrate deutscher Unternehmen steigt 2026 auf Niveau der Finanzkrise

12.03.2026, 11:33 Uhr
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Mehr Risiko für Insolvenzen und verpasste Zahlungsverpflichtungen: Die Ausfallrate der deutschen Unternehmen dürfte einer Studie zufolge in diesem Jahr auf ein seit der weltweiten Finanzkrise nicht erreichtes Niveau steigen.

Für 2026 werde ein weiterer Zuwachs des Werts von 1,88 Prozent im Vorjahr auf 2,08 Prozent erwartet, erklärte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform Rating am Donnerstag. "Damit würde die Zwei-Prozent-Marke erstmals seit der globalen Finanzkrise wieder überschritten."

Unter einem Unternehmensausfall versteht die Auskunftei nicht nur die Insolvenz von Firmen und Selbstständigen, sondern auch, "wenn auf Basis von Creditreform-Informationen davon auszugehen ist, dass es seinen Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr nachkommen kann".

Die steigenden Ausfallraten betreffen laut der aktuellen Studie "den Unternehmenssektor in seiner ganzen Breite". 2025 erreichte die Rate mit 1,88 Prozent bereits den höchsten Stand seit 2010. Weiterhin konzentrierten sich die Ausfälle auf kleinere und mittlere Unternehmen: Firmen mit einem Jahresumsatz unter zwei Millionen Euro verzeichneten demnach mit 2,06 Prozent die höchste Quote. Besonders anfällig sind demnach junge Firmen im Alter von zwei bis fünf Jahren.

Mit Blick auf "schwache Industrieaufträge, volatile Produktionsdaten sowie geopolitische Risiken, insbesondere im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten" sieht Creditreform für das laufende Jahr einen weiteren Zuwachs. "Hohe Energie- und Lohnkosten, geopolitische Unsicherheiten sowie eine verhaltene Investitionsneigung bremsen die wirtschaftliche Dynamik. Unter diesen Bedingungen nimmt der Druck auf viele Unternehmen spürbar zu", erklärte Benjamin Mohr von Creditreform. Grundlage der Studie sind rund 2,5 Millionen Datensätze über wirtschaftsaktive Unternehmen, Gewerbetreibende und Freiberufler mit Sitz in Deutschland.

Quelle: ntv.de, AFP

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