Tod durch ErschießenUNO kritisiert geplanten Livestream von Hinrichtung in den USA als "Folter"

Die Vereinten Nationen haben den angekündigten Livestream der Hinrichtung eines verurteilten Attentäters als eine Form von "Folter" verurteilt.
"Die Live-Übertragung einer Hinrichtung ist gleichbedeutend mit einer öffentlichen Hinrichtung und würde gegen das absolute Folterverbot verstoßen", erklärte das Büro des UN-Beauftragten für Menschenrechte, Volker Türk, in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur AFP.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte die geplante Übertragung der Hinrichtung des zum Tode verurteilten Amokläufers Nidal Hasan am Donnerstag angekündigt. In einem Videointerview mit einem rechtsgerichteten Influencer sagte er, Hasan bekomme "ein Erschießungskommando mit Soldaten (...), und wir werden dafür sorgen, dass die Leute zusehen können, dass es öffentlich ist".
Ein Pentagon-Mitarbeiter sagte auf Anfrage, die Hinrichtung am 3. Dezember solle "live übertragen" werden. Öffentliche Exekutionen sind nach Angaben von Menschenrechtsgruppen sonst aus Ländern wie dem Iran, Afghanistan oder Nordkorea bekannt.
Das Büro des UN-Menschenrechtskommissars erklärte unter Berufung auf die UN-Antifolterkonvention, öffentliche Hinrichtungen stellten "eine Form von grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Bestrafung" dar.
Der frühere Armeepsychiater Hasan ist ein muslimischer US-Bürger palästinensischer Herkunft. Er war im Jahr 2013 zum Tode verurteilt worden, weil er in Fort Hood 13 Menschen erschossen und rund 30 weitere verletzt hatte. Er feuerte nach eigenen Angaben auf seine Kameraden, weil diese in Afghanistan Krieg gegen andere Muslime führten. Weil er bei seinem Amoklauf an der Wirbelsäule verletzt worden war, ist er seither auf einen Rollstuhl angewiesen.
US-Präsident Donald Trump hatte das Erschießungskommando für Hasan erst zu Wochenbeginn gebilligt. Der Rechtspopulist ist ein Anhänger der Todesstrafe und hatte mehrfach ihre Ausweitung gefordert.