Verhältnis bleibt angespanntUS-Verteidigungsminister Hegseth besucht Militärbasis Guantanamo auf Kuba

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ist zu einem Besuch auf dem US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba eingetroffen.
Es ist die jüngste in einer Reihe von Reisen hochrangiger US-Vertreter auf die Insel. Vor knapp zwei Wochen hatte der US-Kommandeur für Lateinamerika, General Francis Donovan, den Stützpunkt besucht und Gespräche mit einem kubanischen General geführt. Zudem war CIA-Direktor John Ratcliffe Anfang Mai zu einem seltenen Besuch in Havanna eingetroffen. Hegseth äußerte sich bei seiner Landung am Mittwoch zunächst nicht. Er wollte auf dem Stützpunkt US-Soldaten treffen.
US-Präsident Donald Trump hat politische Veränderungen in Kuba zu einem Ziel seiner zweiten Amtszeit erklärt und den Druck auf die Führung in Havanna erhöht. US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete Kuba zudem als Sicherheitsrisiko und gescheiterten Staat rund 145 Kilometer vor der Küste Floridas. Kubas Außenminister Bruno Rodriguez warnte vor einem "Blutbad" mit Tausenden Toten auf beiden Seiten im Falle einer US-Intervention.
Die Spannungen zwischen Washington und Havanna haben sich zuletzt deutlich verschärft. Am 20. Mai klagten die USA den ehemaligen kubanischen Präsidenten Raul Castro wegen vierfachen Mordes im Zusammenhang mit dem Abschuss ziviler Flugzeuge im Jahr 1996 an. Zudem hatten die USA am 3. Januar den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro, einen engen Verbündeten Kubas, bei einem Militäreinsatz festgenommen.
Die US-Regierung hat zudem eine faktische Treibstoffblockade gegen Kuba verhängt, indem sie Ländern, die die Insel mit Öl beliefern, mit Zöllen droht. Dies hat zu schweren Stromausfällen und einer Wirtschaftskrise geführt. Experten warnen, dass eine anhaltende Instabilität eine Migrationskrise auslösen könnte.