Bilanz zur FörderungUmweltministerium sieht keine Dominanz chinesischer Hersteller bei E-Auto-Prämie

Das Bundesumweltministerium sieht nach den ersten Anträgen keine Anzeichen dafür, dass von der neuen E-Auto-Förderung in Deutschland vor allem chinesische Autobauer profitieren könnten.
Erste Auswertungen auf Basis der Anträge zeigten vielmehr, dass weniger als 15 Prozent auf Fahrzeuge chinesischer Hersteller entfielen, teilte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch mit. Aufgrund der begrenzten Zahl an Förderzusagen seien repräsentative Aussagen aber noch nicht seriös möglich. Anträge für die nach Einkommen gestaffelte Förderung von bis zu 6000 Euro können erst seit einem Monat eingereicht werden. Die Förderung gilt rückwirkend für Neuzulassungen ab 1. Januar 2026.
Das Magazin Wirtschaftswoche hatte vergangene Woche am Beispiel eines großen Autohändlers berichtet, die Prämie nütze vor allem chinesischen Anbietern, weil sie überwiegend für Autos zum Preis von 20.000 bis 30.000 Euro in Anspruch genommen werde und Hersteller aus China dieses Segment dominierten. Die Förderung komme kaum den deutschen Autobauern zugute, hatte auch die Unternehmensberatung EY nach Auswertung der jüngsten Zulassungszahlen erklärt.
Das von Umweltminister Carsten Schneider (SPD) auf den Weg gebrachte Programm war am 19. Mai gestartet. Insgesamt stehen drei Milliarden Euro zur Verfügung, die für geschätzt 800.000 Fahrzeuge bis zum Jahr 2029 reichen sollen. Das Ministerium beobachte die Entwicklung aufmerksam und sei bereit nachzusteuern, sollte sich ein Bedarf zeigen, erklärte der Sprecher. Regelungen, die europäische Fahrzeuge bevorzugten, seien auf Grundlage des geltenden EU-Rechts derzeit nicht ohne Weiteres zulässig. Allerdings würden im Rahmen des "Industrial Accelerator Act" auf EU-Ebene Änderungen beraten. Das Ministerium sei offen für neue Möglichkeiten zur gezielten Förderung europäischer Produkte.