Mögliche RentenreformVerdi-Chef fordert von Arbeitsminister Schweitzer Erhalt der "Rente mit 63"

Angesichts der geplanten Rentenreform stellt Verdi-Chef Frank Werneke Forderungen an den zuständigen neuen Bundesarbeitsminister Alexander Schweitzer.
Werneke fordert in den Funke Medien vom heutigen Montag einen Gesetzentwurf, "der auf die Anhebung des Renteneintrittsalters verzichtet" und "die Rente für besonders langjährig Versicherte mit 45 Beitragsjahren erhält". Zudem müsse das Rentenniveau bei 48 Prozent über das Jahr 2031 hinaus stabilisiert und ausgebaut werden.
Werneke verteidigte die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren, die sogenannten Rente mit 63. Sie sei "am Ende auch finanzierbar", betonte der Gewerkschaftschef. Die rund zehn Milliarden Euro, die die Abschaffung der Rente mit 63 einsparen soll, entspreche "ungefähr 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte beim Rentenversicherungsbeitrag", sagte er. "Das finanziell darzustellen, ist möglich."
Das bedeute aber nicht, dass die Beiträge deshalb um 0,1 Prozentpunkte angehoben werden sollten, sagte der Verdi-Chef. "Die derzeit bestehende Beitragsprognosen gehen von der Beibehaltung der Rente nach 45 Beitragsjahren aus."
Das Argument, dass diese Form der Frührente vor allem von gutverdienenden Arbeitnehmern mit Bürojobs in Anspruch genommen wird und nicht von denjenigen, für die sie gedacht war - nämlich für Menschen, die körperlich schwer arbeiten müssen -, wies Werneke zurück. "Das Argument unterstellt, dass für die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren nur eine bestimmte Gruppe vorgesehen war. Das stimmt nicht", betonte er. "Sie war unter dem Betrachtungswinkel eingeführt worden, die Lebensleistung besonders von denjenigen zu würdigen, die lange gearbeitet haben oder Erziehungszeiten hatten."
Der Gewerkschaftler bezifferte die Zahl der Betroffenen auf "über 250.000 Menschen pro Jahrgang". Für sie spiele die Frage eine wichtige Rolle, ob respektiert, gesehen und wertgeschätzt werde, dass sie lange gearbeitet haben. "Es macht einen Unterschied, ob man mit 16 Jahren angefangen hat zu arbeiten oder erst mit Ende 20 nach einer akademischen Ausbildung. Das sitzt ganz tief bei sehr vielen Menschen."