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Wachsende SpannungenJapan stuft Beziehungen zu China diplomatisch herab

24.03.2026, 14:47 Uhr
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(Foto: Kiyoshi Ota/Pool Bloomsberg/dpa)

Angesichts zunehmender Spannungen stuft Japan die Beziehungen zu China diplomatisch herab.

In seinem jährlichen diplomatischen Blaubuch wird die Regierung in Tokio China nicht mehr als "einen der wichtigsten" Partner bezeichnen, wie es in einem Entwurf heißt, der der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorlag. Stattdessen sollen die Beziehungen als "strategisch" und "gegenseitig vorteilhaft" sowie China als "wichtiger Nachbar" beschrieben werden. Es wird erwartet, dass die Regierung von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi das Dokument im kommenden Monat verabschiedet.

Der Entwurf begründet die Neubewertung mit einer Reihe von Konfrontationen mit Peking im vergangenen Jahr. Dazu zählen Exportkontrollen für Seltene Erden, das Anvisieren japanischer Militärflugzeuge mit chinesischem Radar sowie der zunehmende Druck auf Taiwan. Die Verschlechterung der Beziehungen hatte sich seit vergangenem November verschärft. Damals hatte Takaichi erklärt, Japan könnte sein Militär einsetzen, falls ein chinesisches Vorgehen gegen Taiwan auch japanisches Territorium bedrohe. Peking reagierte darauf unter anderem mit Einfuhrbeschränkungen für japanische Meeresfrüchte und Reisewarnungen.

Die neue Einstufung spiegelt die härtere Haltung der Regierung Takaichi wider. In einer Rede vor dem Parlament im vergangenen Monat warnte die Ministerpräsidentin vor chinesischem "Zwang" sowie vor wachsenden Bedrohungen durch Peking und seine Partner Russland und Nordkorea. Zudem stellten Japan und die USA bei einem Treffen zwischen Takaichi und US-Präsident Donald Trump am Donnerstag einen gemeinsamen Aktionsplan vor. Dieser sieht vor, für kritische Mineralien und Seltene Erden Lieferketten zu entwickeln, die von China unabhängig sind.

Quelle: ntv.de, rts

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