Eines der ärmsten Länder der WeltWelternährungsprogramm warnt vor "absolut verheerenden" Hungersnot im Jemen

Das Welternährungsprogramm (WFP) hat angesichts der neu aufgeflammten Kämpfe im Jemen vor einer "absolut verheerenden" Hungersnot gewarnt.
Das Welternährungsprogramm (WFP) hat angesichts der neu aufgeflammten Kämpfe im Jemen vor einer "absolut verheerenden" Hungersnot gewarnt. "Der Hunger im Jemen beschleunigt sich heute vor unseren Augen", sagte der Vize-Programmdirektor Matthew Hollingworth vom WFP am Freitag bei einer Pressekonferenz. Der Konflikt im Jemen zwischen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz und der international anerkannten Regierung war in den vergangenen Wochen abermals eskaliert.
Der Jemen ist eines der ärmsten Länder der Welt und steckt seit Jahren in einer humanitären Krise. Seit dem neuen Aufflammen der Kämpfe können nach WFP-Angaben drei von vier Haushalten in dem Land mit 35 Millionen Einwohnern ihre Grundbedürfnisse nicht mehr befriedigen. "Das ist die Höchstzahl in diesem Jahr in nur ein paar Wochen", sagte Hollingworth und hob hervor, dass die Preise im Jemen stark stiegen. Seinen Angaben zufolge müssen 90 Prozent der in dem Land konsumierten Lebensmittel importiert werden.
"Wir verstärken unsere Bemühungen als WFP, müssen dies aber mit sehr begrenzten Mitteln tun und mit eingeschränktem Zugang zu den Gebieten, in die wir kommen müssten", sagte Hollingworth und warnte, dass sich die Krise "weit über" die Grenzen des Jemens ausweiten könnte. Familien liefen tagelang ohne Essen oder Wasser, um in die Städte zu kommen, andere versuchten, mit Brot und Suppen aus Blättern und Gräsern zu überleben.
"Wenn wir keine neue Finanzierung bekommen, werden wir in ein paar Wochen unsere Vorräte und unser Geld aufgebraucht haben", sagte Hollingworth weiter. Das WFP helfe mehr als 1,5 Millionen Menschen in von der Regierung kontrollierten Gebieten, 350.000 bislang unterstützte Menschen könne es aber nicht mehr erreichen. "Wenn die Welt nicht bald ihre Unterstützung für den Jemen hochfährt, werden die Aussichten immer düsterer werden."
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Zuletzt übernahm die Miliz nach einer Blitzoffensive die Kontrolle über große Teile der Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition unterstützt die international anerkannte Regierung des Jemen im Kampf gegen die Huthis.