Verfassungsschutzbericht 2025Zahl der Rechtsextremisten in Baden-Württemberg erreicht Höchststand

Die Zahl der Rechtsextremisten in Baden-Württemberg hat sich im vergangenen Jahr erhöht.
Ihr sogenanntes Personenpotenzial stieg im Vorjahresvergleich um fast 650 auf 3790, wie aus dem am Freitag vom Landesinnenministerium in Stuttgart veröffentlichten Verfassungsschutzbericht für 2025 hervorgeht. Die rechtsextreme Szene habe damit einen neuen Höchststand erreicht. Zudem seien die Akteure zunehmend jünger.
Der Landesverfassungsschutz nannte die Entwicklungen im Bereich der rechtsextremistischen Jugendorganisationen "besorgniserregend". Der Anteil der unter 30-Jährigen habe 2025 deutlich zugenommen. Mehrere 2024 gegründete Organisationen wie Unitas Germanica oder Der Störtrupp seien seit dem vergangenen Jahr fest etabliert und bauten ihre Anhängerschaften aus. Die Gründung der AfD-Jugendorganisation namens Generation Deutschland steht in Baden-Württemberg allerdings noch aus.
Obwohl die Zahl der gewaltorientierten Rechtsextremisten im Vorjahresvergleich bei etwa 800 gleich blieb, zeigte sich ein deutlicher Anstieg bei den verzeichneten rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten. Diese nahmen von 54 im Jahr 2024 auf 97 im Jahr 2025 zu. Die Zahl der Straftaten in dem Bereich fiel leicht auf 2537, blieb allerdings seit 2024 deutlich erhöht im Vergleich zu den Vorjahren.
Neben den Rechtsextremisten verzeichnete der Landesverfassungsschutz im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg noch einmal 4400 Menschen, die als Reichsbürger oder Selbstverwalter gelten. Etwa zehn Prozent von ihnen seien gewaltorientiert. Besondere Aufmerksamkeit erlangte demnach ein Reichsbürgertreffen mit etwa 350 Teilnehmenden aus ganz Deutschland in Karlsruhe. Es sei das erste dieser Art in Baden-Württemberg gewesen.
Die Zahl der verzeichneten linksextremistischen Straftaten stieg 2025 stark um 80 Prozent auf 608 Fälle an. Auch die Zahl der Gewalttaten stieg auf 49. Laut Verfassungsschutzbericht waren insbesondere Störaktionen rund um die Bundestagswahl und Reaktionen auf ein wahrgenommenes Erstarken rechtsextremer Kräfte der Grund für den Anstieg. Demnach waren insbesondere Mitglieder und Veranstaltungen der AfD Ziel der Aktionen.