UN-BerichtZahl ziviler Opfer in der Ukraine steigt auf höchsten Stand seit 2022

Die Zahl der zivilen Opfer in der Ukraine ist UN-Angaben zufolge im Zuge russischer Angriffe im Juli um fast ein Drittel auf den höchsten Stand seit Mai 2022 gestiegen.
Demnach wurden im Juli mindestens 437 Zivilisten getötet und 2610 verletzt, wie die UN-Beobachtermission für Menschenrechte in der Ukraine am Freitag mitteilte. Das entspreche einem Anstieg von 30 Prozent im Vergleich zum Juni und 70 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Grund dafür seien russische Angriffe mit Raketen und Drohnen auf Städte weit abseits der Frontlinie gewesen.
Langstreckenwaffen wie Raketen und Drohnen waren dem Bericht zufolge für 38 Prozent der Opfer verantwortlich. Zudem habe die Zahl der Toten und Verletzten durch Gleitbomben sowie Kurzstreckendrohnen nahe der Front stark zugenommen. Am schwersten betroffen war die Hauptstadt Kiew, wo im Juli 54 Zivilisten getötet wurden. Die Zahl der Opfer unter Kindern war mit 17 Toten und 166 Verletzten zudem so hoch wie seit April 2022 nicht mehr.
Russland und die Ukraine weisen den Vorwurf zurück, gezielt Zivilisten ins Visier zu nehmen. Seit Beginn des russischen Angriffkriegs im Februar 2022 wurden nach UN-Angaben insgesamt mehr als 16.000 Zivilisten getötet, die überwiegende Mehrheit davon in der Ukraine. Die Zahl der getöteten Soldatinnen und Soldaten ist nicht bekannt, dürfte aber in die hunderttausende gehen.