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Vierter ProzesstagZeuge widerspricht Scheuer erneut: Ex-Minister soll Aufschub der Pkw-Maut angeboten haben

14.10.2026, 16:19 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa)

Im Prozess gegen Ex-Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer im Zusammenhang mit der gescheiterten Pkw-Maut haben zwei zentrale Zeugen erneut zu einem entscheidenden Gespräch ausgesagt.

Dabei wies der Chef des Ticketspezialisten CTS Eventim, Klaus-Peter Schulenberg (75), vor dem Landgericht Berlin weiter eine persönliche Motivation für seine Darstellung des Treffens zurück. "Ich habe kein persönliches Interesse am Ausgang des Verfahrens - und schon gar keine Rachsucht", so der Unternehmer.

Laut Anklage sollen Scheuer (52) und der mitangeklagte frühere Verkehrs-Staatssekretär Gerhard Schulz (60) im Untersuchungsausschuss des Bundestags "bewusst wahrheitswidrig" und "entgegen ihrer tatsächlichen Erinnerung" angegeben haben, sie könnten sich nicht an ein "Verschiebungsangebot" bei einem Gespräch im November 2018 erinnern. Scheuer und Schulz bestreiten die Vorwürfe. So hatte Scheuer vor Gericht gesagt: "An ein Verschiebungsangebot habe ich keine Erinnerung."

Schulenberg und sein Geschäftspartner Georg Kapsch (67), Chef der österreichischen Firma Kapsch, berichteten jedoch jeweils vor Gericht erneut von so einem Angebot. Demnach soll Scheuer angeboten worden sein, mit Vertragsabschlüssen zur Pkw-Maut zu warten, bis der Europäische Gerichtshof (EuGH) über eine Klage entschieden habe.

Die Firmen der beiden Unternehmer waren als Betreiber der geplanten Pkw-Maut vorgesehen. An dem Treffen nahmen die Geschäftsmänner einerseits und Scheuer mit dem damaligen Staatssekretär Schulz andererseits teil.

Am vierten Prozesstag stellten ausschließlich die Anwälte der Angeklagten Fragen und versuchten die Aussagen der Zeugen zu erschüttern. Allein Schulenberg wurde rund drei Stunden befragt.

Quelle: ntv.de, dpa

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