Wirtschaft

Halbjahresbilanz der Versicherer 2018 könnte ein schweres Sturmjahr werden

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Die Schäden, die in Deutschland im ersten Halbjahr an Gebäuden entstanden sind, beziffern die Versicherer auf 1,1 Milliarden Euro.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Stürme "Friederike" und "Burglind" fordern einen hohen Tribut: Im ersten Halbjahr richten sie teils verheerende Schäden an Häusern an. Zahlen der Versicherungen offenbaren: Bereits jetzt ist die Schadenssumme so hoch wie üblicherweise nach einem Jahr.

Die Winterstürme "Friederike" und "Burglind" haben in diesem Jahr zu besonders hohen Schäden an Wohngebäuden geführt: Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte, sind die versicherten Schäden nach Stürmen, Hagel und Starkregen mit 1,3 Milliarden Euro bereits im ersten Halbjahr so hoch wie sonst in einem ganzen Jahr. Der zehnjährige Jahresdurchschnitt liegt demnach bei 1,4 Milliarden Euro.

2018 war dabei bislang vor allem ein außergewöhnliches Sturmjahr, wie die Versicherer erklärten: Allein 1,1 Milliarden Euro des ersten Halbjahres entfallen demnach auf Sturmschäden an Wohngebäuden. Der GDV geht davon aus, dass 2018 eines der fünf schwersten Sturmjahre der letzten 20 Jahre sein wird.

Mehr als die Hälfte der Schäden geht auf das Konto von "Friederike" und "Burglind" im Januar. Durch "Friederike" wurden im Januar Dächer abgedeckt und Bäume umgerissen, es gab mehrere Tote, und die Bahn musste bundesweit den Fernverkehr stoppen. Durch "Burglind" kam es zum Teil zu Überschwemmungen und Erdrutschen.

Unterdurchschnittliche Starkregen-Bilanz

Insgesamt leicht unterdurchschnittlich fiel dagegen dem Verband zufolge die Starkregen-Bilanz der Versicherer aus. Zwar gab es im Juni in Teilen Deutschlands heftige Niederschläge mit vergleichsweise hohen Versicherungsschäden. Größtenteils seien die Betroffenen aber nicht ausreichend versichert gewesen - Versicherer mussten also nicht zahlen.

"Lokale sintflutartige Regenfälle treten in Deutschland Jahr für Jahr auf", erklärte GDV-Präsident Wolfgang Weiler. Hausbesitzer sollten "ihre bestehende Versicherung um Naturgefahren wie Starkregen erweitern".

Bei Schäden, die in Folge der Dürre entstehen dürften, sieht der Verband eine ähnliche Entwicklung. Kaum ein Landwirt habe sich "finanziell gegen Dürreschäden abgesichert". Durch die langanhaltende Hitze und Trockenheit rechnen die Bauern in Deutschland in diesem Jahr mit erheblichen Ernteeinbußen. Wegen der vielerorts trockenen Felder geht einigen Viehhaltern zudem das Futter aus.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP

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