Wirtschaft

Johnson verspricht Hilfe 25 Prozent der Briten wollen gar nicht heizen

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Schnee in Staffordshire: Ohne Heizung wird der Winter ungemütlich.

(Foto: picture alliance / empics)

Der scheidende britische Premier Johnson kündigt ein gewaltiges Hilfspaket für Bedürftige an. Einer Umfrage zufolge plant jeder Vierte im Vereinigten Königreich, die Heizung im Winter gar nicht anzudrehen. Besonders Familien mit kleinen Kindern müssen rechnen: Essen oder Heizen.

Wegen der enorm steigenden Preise für Strom und Gas will in Großbritannien fast jeder Vierte (23 Prozent) einer Umfrage zufolge im Winter die Heizung nie einschalten. Bei Menschen mit minderjährigen Kindern ist die Anzahl mit 27 Prozent sogar noch höher, wie die jüngst veröffentlichte Untersuchung des Marktforschungsinstituts Savanta ComRes im Auftrag der oppositionellen Liberaldemokraten ergab.

Die meisten Menschen - rund 70 Prozent - wollen ihre Heizung demnach seltener aufdrehen. Etwa jeder Zehnte (11 Prozent) erwägt, einen Kredit aufzunehmen. Auch hier ist der Anteil bei Menschen mit jüngeren Kindern größer (17 Prozent). Die Umfrage unter mehr als 2000 Erwachsenen wurde durchgeführt, bevor die Aufsichtsbehörde Ofgem am Freitag den Deckel für Energiepreise im Grundtarif um 80 Prozent erhöht hatte. Analysten rechnen deshalb damit, dass die Umfragewerte nun noch deutlicher ausfallen dürften.

"Schlimmste Krise seit einem Jahrhundert"

Die liberaldemokratische Partei warnte, dass Familien gezwungen würden, "herzzerreißende Entscheidungen" zu treffen. Das Land stehe "am Rande der schlimmsten Lebenshaltungskostenkrise seit einem Jahrhundert". "Es ist ein nationaler Skandal, dass Eltern wählen müssen, ob sie ihre Heime heizen oder ihre Kinder ernähren", sagte die Parteiexpertin Christine Jardine. Die Liberaldemokraten fordern ebenso wie die größte Oppositionspartei Labour, die konservative Regierung müsse den Preisanstieg einfrieren.

Der scheidende Premierminister Boris Johnson hatte am Sonntag angekündigt, dass die neue Regierung, die voraussichtlich am 6. September ins Amt kommt, weitreichende zusätzliche Hilfen für Verbraucher einführen werde. Details nannte er aber nicht. "Im kommenden Monat wird - ganz gleich, wer von mir übernimmt - die Regierung ein weiteres gewaltiges finanzielles Hilfspaket ankündigen", schrieb Johnson in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Mail on Sunday". Die bisherigen Regierungsmaßnahmen reichen Experten zufolge bei weitem nicht aus.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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