Wirtschaft

Prozess gegen Schlecker beginnt 26 Millionen Euro beiseite geschafft

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Dieses Bild aus dem Jahr 1999 ist eines der wenigen, die Anton Schlecker öffentlich zeigen.

(Foto: dpa)

In wenigen Tagen muss sich der frühere Drogerie-Unternehmer Schlecker vor Gericht verantworten. Es geht um seine Insolvenz, die 25.000 Menschen den Job kostete. Vorher soll der Mann viele Millionen Euro in der Familie verteilt haben.

Der einstige Drogeriemarktkönig Anton Schlecker und seine Familie sollen einem Bericht zufolge in Zusammenhang mit der Pleite der Kette mehr als 26 Millionen Euro beiseite geschafft haben. Das gehe aus der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Stuttgart für den am Montag beginnenden Prozess hervor, berichtet die "Wirtschaftswoche".

Allein 16 Millionen Euro sollen demnach dem Zugriff der Gläubiger entzogen worden sein, indem Anton Schlecker sie durch überteuerte Verträge mit dem Logistikunternehmen LDG an seine Kinder verschob. Der Sohn und die Tochter waren Gesellschafter der LDG. In der Auflistung der Staatsanwaltschaft tauchen daneben laut "Wirtschaftswoche" unter anderem Schenkungen an Schleckers Enkelkinder, Beraterhonorare an seine Frau und eine Gewinnausschüttung der LDG auf.

Schleckers Anwalt Norbert Scharf sagte der "Wirtschaftswoche", die in der Anklageschrift aufgeworfenen Fragen "betreffen einen umfangreichen, komplexen und rechtlich schwer einzuordnenden Sachverhalt aus der Historie der Firma". Daher verböten sich voreilige Festlegungen.

Der Prozess gegen Anton Schlecker, seine Frau, seine beiden Kinder und zwei Wirtschaftsprüfer beginnt am Montag vor dem Stuttgarter Landgericht. Schlecker, die einst größte Drogeriemarktkette Deutschlands, hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Rund 25.000 Beschäftigte verloren durch die Pleite ihren Arbeitsplatz. Das Insolvenzverfahren läuft weiterhin und wird laut Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz noch mehrere Jahre dauern.

Quelle: n-tv.de, shu/AFP

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