Wirtschaft

Nikkei bricht Rekord Abe-Sieg beflügelt Japans Börsen

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Mit Shinzo Abe als Regierungschef dürften die Zinsen erstmal niedrig bleiben.

(Foto: dpa)

Anleger feiern den Wahlsieg des japanischen Ministerpräsidenten Abe. Die Rally beim Nikkei erreicht nun einen neuen Höhepunkt: Noch nie schloss der Index so oft im Plus, seit er 1950 eingeführt wurde.

Der Sieg des konservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe bei den Parlamentswahlen in Japan hat Jubel an den dortigen Börsen ausgelöst. Der Nikkei-Index stieg den 15. Tag in Folge und schloss 1,1 Prozent höher bei 21.696 Punkten. Das ist der höchste Schlusskurs seit 21 Jahren und die längste Gewinnserie überhaupt.

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"Abes Regierungskoalition konnte so viele Sitze im Parlament erobern, dass nun sogar die Chance besteht, Verfassungsänderungen anzugehen", sagte Devisenanalyst Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Medienberichten zufolge sicherte sich Abe mit seinem Koalitionspartner eine Zweidrittel-Mehrheit.

Ein Grund für die Kursrally waren auch Spekulationen auf weiterhin niedrige Leitzinsen in Japan. "Nach Abes Wiederwahl dürfte die Bank of Japan ihre lockere Geldpolitik erst mal beibehalten - einen Strategiewechsel gibt die Inflation nicht her", sagte Deutsche-Bank-Chefanlagestratege Ulrich Stephan.

Lockere Geldpolitik könnte Export antreiben

Auch die Aussicht auf höhere Zinsen in den USA werde den Dollar stärken und die japanische Währung Yen eher schwächen. Das kommt den exportorientierten japanischen Unternehmen zugute, da ihre Waren dann im Welthandel günstiger werden.

Gefragt waren deshalb vor allem Exportwerte, Sumitomo Chem waren mit 6,5 Prozent größter Gewinner im Nikkei-Index. Die Aktien von Toshiba fielen um 1,2 Prozent, nachdem der Elektronikkonzern wegen des Verkaufs seiner Chipsparte die Ergebnisprognosen gesenkt hat.

An den Börsen in China hielten sich Anleger im Gegensatz zu Japan zurück. Die Börse in Hongkong gab um 0,7 Prozent nach. Der Shanghai Composite notierte kaum verändert. Auch der MSCI-Index von Aktien außerhalb Japans kam mit 550 Zählern kaum vom Fleck.

Quelle: ntv.de, hul/rts