Wirtschaft

Konzentration auf wenige Marken VW prüft Verkauf von Lamborghini

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Der Super-Sportwagen Urus von Lamborghini: das erste echte SUV der Firmengeschichte.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Trennung von der Sportwagentochter Lamborghini rückt näher. Laut einem Medienbericht prüft Volkswagen bereits mehrere Optionen. Konzernchef Diess will den Marktwert des Konzerns mehr als verdoppeln, eine Verschlankung soll hierbei helfen. Börsianer honorieren die Abkehr von der Vielmarken-Strategie.

Volkswagen-Chef Herbert Diess macht offenbar ernst mit seinen Plänen, sich von seiner Luxusmarke Lamborghini zu trennen. Entweder die italienische Sportwagentochter werde verkauft oder die Marke juristisch eigenständig gemacht, um sie danach an die Börse zu bringen, schreibt die US-Finanzagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Durch die Konzentration auf die weltweit wichtigsten Marken VW, Porsche und Audi könnten Ressourcen effizienter genutzt und Doppelarbeit vermieden werden.

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Ganz neu sind die Überlegungen nicht: Diess hatte bereits im Mai angekündigt, die Vielmarken-Struktur des Konzerns zu schrumpfen. Sein ehrgeiziges Ziel: den Marktwert des Konzern dadurch von derzeit 81 Milliarden auf 200 Milliarden Euro zu steigern. Wichtige Mitglieder des Gründungsclans Porsche und Piëch sollen diese Pläne unterstützen. Anlass für die Konzentration auf wenige Marken ist vor allem der kostspielige Technologiewechsel hin zur Elektromobilität. Ein schlankerer Konzern soll der derzeitigen Krise in der besser trotzen und die Konkurrenz aus der Techbranche besser in Schach halten können.

Lamborghini sei zudem reif für die Börse, schreibt Bloomberg. der Wert der Marke sei durch den Strategiewechsel vom reinen Sportwagenbauer hin zu einem Hersteller von komfortablen Super-SUV um schätzungsweise elf Milliarden Dollar gestiegen. Die Verkäufe des Modells "Urus" seien seit Einführung Mitte 2018 gestiegen. Für nächstes Jahr Jahr seien zudem ein überarbeiteter "Aventador" und ein neuer Hybrid-Supersportwagen in der Pipeline. Dadurch könnten die Margen auf über 30 Prozent steigen, schreiben die Analysten von Bloomberg Intelligence.

Diess, der im April 2018 das Ruder im Konzern übernommen hat, hat bei der Straffung der Modellpalette bereits einige Erfolge erzielt. Anfang dieses Jahres schloss er den Börsengang der Lkw-Tochter Traton ab. Darüber hinaus fädelte er eine Allianz mit Ford im Bereich Nutzfahrzeuge sowie Elektroauto- und Selbstfahrtechnik ein. Obwohl bislang keine Entscheidung über Laborghini gefallen ist, kam die Nachricht bei Anlegern gut an: In New York legten die Papiere von Volkswagen um über fünf Prozent zu.

Quelle: n-tv.de, ddi

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