Wirtschaft

"Das alte Leben ist vorbei" Aeroflot-Ex-Vize erklärt Weggang aus Russland

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"Für mich, für meine Kinder": Panow hat Aeroflot und seine Heimat verlassen.

(Foto: dpa)

Seit dem Krieg gegen die Ukraine, der in Russland anders bezeichnet werden muss, emigrieren Russen in Scharen. Auch der Vize-Chef von Aeroflot, der größten russischen Fluggesellschaft, kündigt seinen Job und verlässt das Land. Nun erläutert er seine Gründe.

Der ehemalige Vize-Chef der russischen Fluggesellschaft Aeroflot, Andrej Panow, hat sich laut einem Bericht der "Zeit" erstmals dazu geäußert, warum er seinen Job bei der Airline gekündigt und Russland verlassen hat. "Ich bin gegen diesen Krieg", zitierte die "Zeit" Panow. "Jeder Mensch sollte friedlich protestieren dürfen", sagte Panow demnach.

"Ich möchte das Recht haben, zu sagen, dass ich gegen den Krieg bin. Für mich, für meine Kinder", sagte Panow laut dem Bericht weiter. "Als Gegner des Krieges kann ich nicht mehr für ein Unternehmen arbeiten, das dem Staat gehört. Da gab es nicht viel zu überlegen."

Panow war seit 2018 im Aeroflot-Vorstand verantwortlich für die Bereiche Strategie, Service und Marketing. Am 12. März hatte er auf Facebook geschrieben: "Habe Russland verlassen. Habe Aeroflot verlassen. Das alte Leben ist vorbei." Der Eintrag ist inzwischen nicht mehr verfügbar. Am 21. März verbot ein russisches Gericht die Online-Netzwerke Facebook und Instagram in Russland.

Wie die "Zeit" weiter berichtete, sagte Panow nun, er habe "keine Ahnung, wie mein neues Leben aussehen wird. Ich weiß noch nicht mal, was die nächsten Tage bringen."

Viele Länder sperren Luftraum für russische Flugzeuge

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Aeroflot ist die größte russische Fluggesellschaft und zu 57,3 Prozent im Besitz des russischen Staates. Aeroflot-Chef Michail Polubojarinow steht auf der Liste mit Strafmaßnahmen der Europäischen Union, die wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine verhängt wurden. Nach dem Angriff sperrten zudem zahlreiche westliche Länder, darunter die EU und die USA, ihren Luftraum für russische Flugzeuge. Aeroflot hatte Anfang März wegen der westlichen Sanktionen alle internationalen Flüge ausgesetzt.

Seit dem russischen Krieg auf die Ukraine, der offiziell nicht so genannt werden darf, hat Moskau drastische Strafen gegen Kritiker des Krieges eingeführt. 15.000 Menschen wurden bereits bei Demonstrationen festgenommen. Als Reaktion auf die Repressionen haben mittlerweile Zigtausende Russen das Land verlassen.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP

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