Wirtschaft

Kurssturz wegen US-Widerstand Aixtron hält an Deal mit Chinesen fest

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Blick in eine Produktionshalle beim Chipanlagenhersteller Aixtron. Die Übernahme steht auf der Kippe.

(Foto: Aixtron)

Der Widerstand der US-Behörden gegen die geplante Übernahme von Aixtron durch einen chinesischen Investor setzt die Aktie unter Druck. Obwohl der deutsche Anlagenbauer offiziell am Deal festhält, wächst bei Anlegern die Sorge vor einer ungewissen Zukunft.

Der Chipanlagenhersteller Aixtron glaubt trotz der massiven Bedenken in den USA weiterhin an den eigenen Verkauf an die chinesische Grand Chip Investment. "Wir halten nach wie vor an dem Deal fest", sagte ein Unternehmenssprecher. Das Unternehmen stehe in sehr intensivem Kontakt mit den Behörden in den USA und Deutschland. An der Börse steigen allerdings angesichts der Sicherheitsbedenken der USA die Zweifel, dass der Deal im Volumen von 670 Millionen Euro zustande kommt.

Die Aixtron-Aktie verliert zum Wochenstart knapp sieben Prozent auf 4,15 Euro. "Es ist völlig ungewiss, ob die Übernahme durch den chinesischen Investor noch zustande kommt", sagte Harald Schnitzer von der DZ Bank. Das geschäftliche Engagement von Aixtron in den USA sei "beträchtlich". Es habe tatsächlich den Anschein, dass deren Technologie militärisch verwendet werde. Auch Analystin Victoria Kruchevska von Equinet glaubt nicht mehr an eine Übernahme. Angesichts der bevorstehenden Änderungen nach der US-Wahl dürfte es den Chinesen und Aixtron schwer fallen, die US-Regierung von dem Deal zu überzeugen.

Bei Hauck & Aufhäuser ist man ebenso der Ansicht, dass der Deal wahrscheinlich blockiert wird. Die Zukunft für Aixtron sähe dann trübe aus, weshalb das Unternehmen wohl eine umfangreiche Restrukturierung auf den Weg bringen müsste, um Kosten zu senken.

Barack Obama entscheidet

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Die US-Behörden hatten Aixtron und Grand Chip vergangene Woche nahegelegt, den Deal aufzugeben. Zur Begründung wurden nationale Sicherheitsbedenken genannt, die mit den bisher vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen nicht ausgeräumt würden. Da die beiden Unternehmen aber weiter an der Übernahme festhalten, hat in den USA nun Präsident Barack Obama das letzte Wort. Er dürfte sich jedoch an der Empfehlung des Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) orientieren, das gegen die Transaktion ist.

Die Ablehnung durch die US-Behörde ist ein weiteres Zeichen dafür, wie groß mittlerweile die Sicherheitsbedenken im Westen angesichts des Übernahmehungers chinesischer Firmen sind. Informierte Personen, die mit den CFIUS-Arbeiten vertraut sind, gehen davon aus, dass eine neue, besonders effiziente Halbleitertechnologie auf Basis von Galliumnitrid der Grund für den massiven Gegenwind aus den USA sein könnte.

Zukunft von Aixtron ungewiss

Die Galliumnitrid-Technologie kann zur Verbesserung von Militäranwendungen wie Radarsensoren dienen und deren Leistungsfähigkeit erhöhen, indem weniger Strom verbraucht wird. Das Pentagon hat erheblich auf die Verwendung von Galliumnitrid gesetzt, um die Leistungsfähigkeit einiger ihrer ausgefeiltesten Waffensysteme zu verbessern.

Aixtron verkauft seit Jahren Produkte auf Basis der Galliumnitrid-Technologie auch an Unternehmen wie den US-Rüstungskonzern Northrop Grumman. Northrop hat genauso wie der Rivale Raytheon Verträge mit dem US-Militär inklusive Produkte mit der Galliumnitrid-Technologie. Falls der Deal mit Grand Chip scheitert, hat das Unternehmen vor einiger Zeit schon Alternativen skizziert. Die sind allerdings alles andere als ermutigend. Aixtron müsste womöglich weiter schrumpfen oder einen riskanteren Weg einschlagen, hieß es damals.

Quelle: ntv.de, jug/DJ

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