Wirtschaft

Milliardenschwerer Bahn-Deal Alstom will Bombardier-Sparte kaufen

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Alstom-Züge sind in Deutschland vor allem im Regionalverkehr im Einsatz.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Zusammenschluss der Bahntechnik-Geschäftsbereiche von Siemens und Alstom scheiterte am Veto der EU-Kommission. Nun versucht der französische Konzern sein Glück in Kanada - bei Bombardier. Dessen Aktienkurs steigt daraufhin deutlich.

Medienberichte und Marktspekulationen über einen angeblichen Verkauf des Eisenbahngeschäfts an den französischen Bahntechnikhersteller Alstom haben dem Bombardier-Konzern kräftig Auftrieb an der Börse gegeben. Die Aktien des angeschlagenen kanadischen Unternehmens gingen in Toronto mit einem Kursplus von mehr als zehn Prozent aus dem Handel.

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Nach "Handelsblatt"-Informationen aus Industriekreisen will Alstom für sieben Milliarden Euro die gesamte Zugsparte der Kanadier übernehmen. Bombardier Transportation hat nach Angaben des Unternehmens rund 40.650 Beschäftigte, Hauptsitz der Sparte ist Berlin. Insgesamt hat der Bombardier-Konzern, dessen zweites Standbein der Flugzeugbau ist, mehr als 68.000 Mitarbeiter.

Zuvor hatten bereits der Finanznachrichtendienst Bloomberg und französische Medien über Gespräche zwischen den Konzernen berichtet. Anleger spekulieren ohnehin schon länger über Spartenverkäufe. Sprecher von Bombardier und Alstom sagten, dass sie Marktgerüchte nicht kommentieren würden.

Widerstand bei Kartellbehörden?

Dem "Handelsblatt" zufolge soll die Übernahme bereits am Donnerstagmorgen bekanntgegeben werden. Zwischenzeitlich sei auch der japanische Zugbauer Hitachi interessiert gewesen. Durch den Deal zwischen Alstom und Bombardier entstehe ein neuer großer Eisenbahntechnikkonzern mit etwa 15 Milliarden Euro Umsatz.

Die Transaktion könnte allerdings auf Widerstand der Kartellbehörden stoßen. Alstom war erst vor einem Jahr an Bedenken der europäischen Wettbewerbskommission mit dem Versuch gescheitert, mit Siemens Mobility zu fusionieren. Die Aufseher stoppten den Zusammenschluss trotz Warnungen vor einer zunehmenden Bedrohung durch chinesische Konkurrenz. 2017 hatte es auch schon Spekulationen gegeben, dass Bombardier und Siemens ihre Zugsparten zusammenlegen könnten.

Bombardier tut sich schon länger schwer. Die Kanadier hatten im vorigen Monat den Kapitalmarkt mit einer Gewinnwarnung schockiert. Hintergrund für die um die Hälfte gestrichene Erwartung an die Gewinnentwicklung im abgelaufenen Jahr ist auch das schlecht laufende Eisenbahngeschäft. Dem französischen Finanzsender BFM zufolge verhandeln Alstom und Bombardier schon seit Wochen über einen Deal.

Alstom hatte zuletzt Aufträge für 3,6 Milliarden Euro erhalten, darunter ein Großauftrag für das Schienennetz der australischen Metropole Perth, wie der Konzern Mitte Januar mitgeteilt hatte. Damit verzeichnete das Unternehmen den höchsten Wert in einem Quartal im laufenden Geschäftsjahr. Alstom hat derzeit nach eigenen Angaben rund 36.300 Mitarbeiter in 60 Ländern.

Quelle: ntv.de, bad/AFP/dpa