Wirtschaft

Krise erst in zwei Jahren vorbei Altmaier prophezeit schwere Rezession

Die Corona-Krise reißt die deutsche Wirtschaft in den Abgrund. Allein die Exporte brechen dieses Jahr laut der Frühjahrsprognose der Bundesregierung um beinahe zwölf Prozent ein. Zum Jahresende soll die Erholung aber beginnen. Die Rückkehr zum Vorkrisenniveau dauert aber.

Die Bundesregierung rechnet wegen der Corona-Pandemie mit der schwersten Rezession der Nachkriegszeit. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde in diesem Jahr um 6,3 Prozent zurückgehen, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bei Vorlage der Frühjahrsprognose. Für das kommende Jahr erwartet die Regierung demnach aber "im Zuge des Aufholprozesses" einen Zuwachs um 5,2 Prozent.

Der stärkste Einbruch der Wirtschaftsleistung werde im Verlauf des zweiten Quartals diesen Jahres erwartet, sagte Altmaier. Danach setze die Belebung der wirtschaftlichen Aktivitäten ein. Hier werde der Schutzschirm der Regierung im Volumen von mehr als einer Billion Euro helfen, erklärte Altmaier. Vollständig wird sich die deutsche Wirtschaft demnach erst im übernächsten Jahr erholt haben. Altmaier geht davon aus, dass Anfang 2022 das Vorkrisenniveau erreicht werde.

Im Einzelnen rechnet die Regierung mit einem Rückgang der Exporte im Jahr 2020 um 11,6 Prozent. 2021 sollen sie dann wieder um 7,6 Prozent zulegen. Auch die Importe dürften laut Prognose stark einbrechen, und zwar um 8,2 Prozent. Sie sollen im Jahr 2021 wieder um 6,5 Prozent zulegen.

Arbeitslosenquote steigt um 5,8 Prozent

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Nach der weltweiten Finanzkrise war das BIP 2009 um 5,7 Prozent abgestürzt. Danach setzte die jahrelange Erholung ein. Schon 2019 war die deutsche Wirtschaft aber nur knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt. Am Ende stand ein winziges Plus von 0,6 Prozent zu Buche. Für 2020 hatte die Regierung ursprünglich ein Wachstum von 1,1 Prozent erwartet.

Der Arbeitsmarkt gerät laut Prognose "stark unter Druck", im laufenden Jahr dürfte die Zahl der Erwerbstätigen demnach um 370.000 zurückgehen. Besonders betroffen seien Gastgewerbe, Handel und Unternehmensdienstleistungen. Die Kurzarbeit werde im März und April in "noch nie dagewesenem Ausmaß" ansteigen. Die Arbeitslosenquote dürfte im Jahresdurchschnitt um 5,8 Prozent ansteigen, heißt es weiter in der Prognose.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/rts