Wirtschaft

Jeder zweite Deutsche in Sorge Angst vor Altersarmut wächst

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Die Rente ist aus Sicht vieler Deutscher keineswegs mehr sicher.

picture alliance / Oliver Berg/d

Die Sorge um eine mangelnde Absicherung und höhere Lebenshaltungskosten im Alter beschäftigt viele Menschen in Deutschland - 18 Prozent mehr als im Vorjahr, wie eine aktuelle Studie zeigt. Das wirkt sich auch auf die Ausgaben in Deutschland aus.

Die Angst vor Altersarmut in Deutschland ist einem Medienbericht zufolge sprunghaft gestiegen. Mehr als jeder zweite Bundesbürger macht sich Sorgen um den eigenen Lebensstandard und eine mangelnde Absicherung im Rentenalter, wie aus einer Umfrage der Beratungsgesellschaft EY zum Verbrauchervertrauen hervorgeht, die der Zeitung "Die Welt" vorliegt. Um 18 Prozentpunkte auf 56 Prozent sei der entsprechende Wert gegenüber dem Vorjahr gestiegen; 2018 seien es bereits zehn Prozentpunkte gewesen.

"Die Rente ist aus Sicht vieler Deutscher keineswegs mehr sicher", sagt Studien-Koautor Bernhard Lorentz, Leiter des Bereichs Government und Public Sector bei EY. Für die Studie wurden im November gut 1000 Verbraucher befragt. Der Experte hält das Ergebnis für alarmierend, angesichts der immer älter werdenden Gesellschaft: "Zumal die aktuelle Niedrigzinsphase den Aufbau von Vermögen und einer ausreichenden privaten Altersvorsorge enorm erschwert." Sprunghaft gestiegen sei bei den Befragten auch die Angst vor höheren Lebenshaltungskosten und steigenden Energiepreisen. Jeweils rund 70 Prozent der Befragten habe Angst vor finanziellen Einschnitten.

Insgesamt erreiche die Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Lage laut der Studie zwar weiterhin ein hohes Niveau. Lediglich elf Prozent der Bundesbürger seien derzeit komplett unzufrieden mit ihrem Auskommen. Allerdings beurteilten nur noch 43 Prozent der Befragten ihre wirtschaftliche Lage als positiv. 2018 seien es noch 49 Prozent gewesen; in den beiden Jahren habe diese Zahl sogar die 50-Prozent-Marke überschritten.

Zufriedenheit geht zurück

Die Zufriedenheit mit der Entwicklung des eigenen Lebensstandards gehe dabei mit fortschreitendem Alter zurück. Senioren seien deutlich unzufriedener als der Durchschnitt der Bevölkerung. Lediglich jeder dritte Verbraucher über 65 ist mit seiner finanziellen Situation zufrieden. Und nur sechs Prozent gehen davon aus, dass sich die Lage 2019 wieder bessert.

Angesicht der eingetrübten Aussichten wollen die Deutschen ihr Geld in den kommenden Monaten zusammenhalten, heißt es in der Studie weiter. Für große Einzelanschaffungen wie Autos oder Küchen, für Unterhaltungselektronik wie Smartphones und Tablets, und für die Renovierung von Haus und Wohnung solle weniger Geld ausgegeben werden. Nur für Urlaub und Lebensmittel planten die Verbraucher noch höhere Ausgaben.

Quelle: n-tv.de, lle/AFP

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