Wirtschaft

Zurückhaltende Prognose Anleger strafen Leoni ab

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Leoni enttäuscht die Anleger.

(Foto: picture alliance / dpa)

Leoni wird im Sommer Opfer eines Internetbetrugsfalls. Der Autozulieferer räumt schnell ein, dass das Ergebnis darunter leiden wird. Dennoch rechnen Marktteilnehmer damit, dass die Belastungen sich in Grenzen halten. Ein Trugschluss.

Die Aktien des Autozulieferers Leoni sind zur Wochenmitte der größte Verlierer im Nebenwerteindex MDax. Die Titel gaben mehr als 12 Prozent ab. Der MDax verlor auch, aber nur vergleichsweise leicht. Gründe für den Kursrutsch bei Leoni sahen Händler etwa in dem veröffentlichten Geschäftsausweis.

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Das Unternehmen hatte im dritten Quartal wegen eines Internetbetrugsfalls erwartungsgemäß einen Verlust verzeichnet. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) verzeichnete der Kabel- und Bordnetzhersteller einen Fehlbetrag  von 12,7 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 29,8 Millionen Euro im Vorjahr. Die im September gekappte Prognose bestätigte der Konzern.

Gewinnmitnahmen und Enttäuschung

Genau darin liege ein Grund für das Kursminus, hieß es im Handel. Damit hätten nur die wenigsten Marktteilnehmer gerechnet. Andere Börsianer seien verschnupft, weil sich das Unternehmen "so früh auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen" wollte.

Zudem verwies ein Händler auf Gewinnmitnahmen. Leoni-Aktien waren am Dienstag erst auf ein Jahreshoch geklettert. Da machten einige Kasse, sagte er.

In den Monaten Juli bis September erzielte der Automobilzulieferer einen Umsatz von 1,07 Milliarden Euro, nach 1,11 Milliarden im Vorjahr. Der bereinigte operative Gewinn stieg um 8,1 Prozent auf 34,8 Millionen Euro. Nach Steuern und Anteilen Dritter verzeichnete Leoni einen Verlust von 24,4 Millionen Euro. Analysten hatten im Konsens mit einem geringeren Verlust von 20,8 Millionen Euro gerechnet.

Im August hatte Leoni eingeräumt, Opfer eines Internetbetrugs geworden zu sein. Die Täter hätten dabei "gefälschte Dokumente und Identitäten" sowie "elektronische Kommunikationswege" genutzt, hieß es in der Pflichtmitteilung damals. In der Folge seien rund 40 Millionen Euro auf Konten im Ausland transferiert worden.

Quelle: ntv.de, bad/DJ