Wirtschaft

Inflationsdaten beruhigenApple vermiest US-Anlegern die Stimmung

25.06.2026, 22:56 Uhr
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Die Ölpreise entwickeln sich wieder aufwärts. (Foto: AP Photo/Richard Drew)

Der Glaube in das Geschäft mit Künstlicher Intelligenz ist an der Wall Street ungebrochen. Der für die Notenbank maßgebliche Verbraucherpreisindex bleibt im Rahmen der Erwartungen. Drastische Preiserhöhungen bei Apple trüben allerdings das Wohlfühlklima.

Uneinheitlich haben die US-Börsen den Handel beendet. Etwas Rückenwind kam von Micron Technology und beruhigenden Inflationsdaten. Einen Dämpfer erhielt die Stimmung jedoch von Apple, die die Preise einiger Produkte erhöht. Der Dow-Jones-Index gewann 0,1 Prozent auf 51.920 Punkte und markierte im Verlauf ein Rekordhoch. Der S&P-500 schloss kaum verändert. Der Nasdaq-Composite gab um 0,5 Prozent nach, belastet von Kursverlusten bei Software-Aktien. Für den Nasdaq-100 ging es dagegen um 0,8 Prozent aufwärts, vor allem dank des kräftigen Anstiegs der Micron-Aktie. An der Nyse wurden 1504 (Mittwoch: 1500) Kursgewinner gesehen, denen 1263 (1270) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 62 (80) Titel.

Der Speicherchiphersteller Micron Technology hauchte der KI-getriebenen Rally am Aktienmarkt neues Leben ein. Das Unternehmen hatte die Markterwartungen bei praktisch allen wichtigen Finanzkennziffern klar übertroffen und den Ausblick mit einer beeindruckenden Prognose angehoben - die Aktien haussierten um rund 16 Prozent.

Marktakteure werteten den Zahlenausweis als Vertrauensbeweis für das Geschäft mit Künstlicher Intelligenz. Die Geschäftszahlen "haben die Hoffnungen auf KI-getriebenes Wachstum neu entfacht und dazu beigetragen, die Angst vor einer möglichen Blase zu zerstreuen", urteilte Marktstratege Henry Allen von der Deutschen Bank. Im Schlepptau von Micron kletterten im Sektor Sandisk um 22 Prozent, Western Digital um 4,9 Prozent und Qualcomm um 3,8 Prozent. Qualcomm hatte auf seiner Investorenveranstaltung eine neue Partnerschaft mit Meta Platforms zur Entwicklung von Prozessoren für den Social-Media-Konzern angekündigt und das Umsatzziel 2029 für das Non-Handset-Geschäft (Umsätze abseits von Smartphone-Chips) auf 40 von 22 Milliarden Dollar erhöht.

Zweifel an Wiedereröffnung der Hormus-Enge

Die Ölpreise legten etwas zu in Reaktion auf Berichte, wonach der Iran ein Frachtschiff in der Straße von Hormus angegriffen hat. Die Nachricht weckte Zweifel an einer reibungslosen Wiederöffnung der Meerenge. US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich um etwa 2,5 Prozent auf 72 Dollar je Barrel, nachdem es zeitweise weniger als 70 Dollar gekostet hatte und damit etwa so viel wie vor Beginn des Iran-Kriegs.

Mit Erleichterung wurden derweil Inflationsdaten aufgenommen. Der im Zusammenhang mit den Daten zu den persönlichen Einkommen und Ausgaben veröffentlichte PCE-Index bewegte sich im Mai im Rahmen der Konsensschätzung von Volkswirten. Der Index ist das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank. Daneben ist die Beschäftigungslage in den USA noch immer gut: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank in der vergangenen Woche von einem ohnehin recht niedrigen Niveau noch etwas stärker als angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt der USA wuchs in dritter Lesung im ersten Quartal stärker als erwartet und als zunächst gemeldet. Dagegen fiel der Auftragseingang bei langlebigen Gütern im Mai etwas deutlicher als erwartet, und der Chicago Fed National Activity Index rutschte im Mai geringfügig in negatives Terrain.

Gold klettert wieder über 4000 Dollar

Die Inflationsdaten linderten Zinserhöhungsängste, was am Anleihemarkt die Renditen leicht nachgeben ließ. Die Zehnjahresrendite sank um 1 Basispunkt auf 4,39 Prozent. Der Dollar gab anfängliche Gewinne ab und tendierte knapp behauptet. Davon profitierte das Gold: Der Preis für die Feinunze stieg um 0,7 Prozent auf 4029 Dollar. Das Edelmetall, das keine Zinsen abwirft, wird bei fallenden Zinsen für Anleger interessanter.

Die Apple-Aktie fiel um gut 6 Prozent. Der Konzern erhöht die Preise für seine Macs und iPads wegen der stark steigenden Speicherchippreise. Bio-Techne Corporation schossen um 20 Prozent in die Höhe. Das Life-Science-Unternehmen wird von der deutschen Merck KGaA geschluckt. ARS Pharmaceuticals teilte mit, dass private Krankenversicherer das Neffy-Nasenspray im aktuellen Versicherungszyklus nicht in ihre Pläne aufgenommen hätten. Die Aktien stürzten um 24 Prozent ab.

MillerKnoll verbuchte im vergangenen Quartal zwar höhere Umsätze, der designierte Interims-CEO Jeff Stutz sagte jedoch, das Unternehmen sei mit den Ergebnissen nicht zufrieden. Anleger waren offenbar anderer Meinung - der Kurs stieg um 12 Prozent. Passage Bio sackten um gut 26 Prozent ab, das Pharma-Unternehmen fusioniert mit Remix Therapeutics per Aktientausch.

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Quelle: ntv.de, mau/DJ

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