Wirtschaft

Trotz Drohungen der USA Arbeiten an Nord Stream 2 laufen wieder an

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Ein Jahr lang ruhten die Arbeiten in der Ostsee - jetzt geht es wieder los.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Die Pipeline Nord Stream 2 soll russisches Erdgas nach Deutschland befördern. Doch wegen US-Sanktionen ruhen die Arbeiten in der Ostsee für ein Jahr. Nun geht der Bau in die finale Phase.

Der Bau der deutsch-russischen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 ist wieder aufgenommen worden. Ein Verlegeschiff werde nun einen 2,6 Kilometer langen Leitungsabschnitt in einer Wassertiefe von weniger als 30 Metern verlegen, teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Die US-Regierung will die Vollendung der zum großen Teil fertigen Gasleitung verhindern und droht mit Sanktionen für Firmen, die an dem Projekt beteiligt sind. Vor knapp einem Jahr waren die Bauarbeiten an Nord Stream 2 vor der dänischen Insel Bornholm gestoppt worden, nachdem die USA ein Sanktionsgesetz gegen die Spezialschiffe in Kraft gesetzt hatten, die die Rohre verlegen. Die beiden Schweizer Verlegeschiffe wurden daraufhin abgezogen.

Pipeline ist zu 94 Prozent fertig

Der russische Präsident Wladimir Putin kündigte daraufhin an, die Arbeiten eigenständig zu Ende zu bringen - unabhängig von ausländischen Partnern. Nach den Sanktionen können gegen betroffene Personen Einreiseverbote in die USA verhängt werden. Etwaiger Besitz betroffener Personen oder Firmen in den Vereinigten Staaten können eingefroren werden.

Durch die zwei jeweils rund 1200 Kilometer langen Leitungen von Nord Stream 2 sollen künftig pro Jahr 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland gepumpt werden. Die etwa 9,5 Milliarden Euro teure Pipeline ist zu 94 Prozent fertig.

Die USA laufen aber seit Jahren Sturm dagegen, weil sie eine zu große Abhängigkeit ihrer europäischen Partner von russischem Gas sehen. Unterstützt werden sie von osteuropäischen Staaten wie Polen und den baltischen Ländern. Kritiker werfen den USA dagegen vor, nur ihr Flüssiggas in Europa besser verkaufen zu wollen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa