Wirtschaft

Abflauende Frühjahrsbelebung Arbeitsmarkt verliert an Schwung

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(Foto: picture alliance / Daniel Reinha)

Magere Daten vom Arbeitsmarkt: Im Mai verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit eine für diese Jahreszeit höchst ungewöhnliche Bewegung. Im Vergleich zum Vormonat steigt die Erwerbslosenzahl leicht an. Die Arbeitslosenquote rührt sich - anders als saisonal üblich - nicht vom Fleck.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Mai im Vergleich zum Vormonat leicht auf 2,236 Millionen gestiegen. Das waren 7000 Arbeitslose mehr als im April und nur 80.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte.

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Die Daten deuten auf eine Abschwächung der Konjunkturbelebung und ein mögliches Ende des Job-Booms in Deutschland hin: Vor allem im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wäre eigentlich ein sehr viel stärkerer Rückgang zu erwarten gewesen. In diesem Jahr jedoch scheint die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt jedoch sehr viel früher als saisonal üblich an Schwung zu verlieren. Die Arbeitslosenquote blieb für Mai unverändert bei 4,9 Prozent.

"Auf dem Arbeitsmarkt zeigen sich erste Auswirkungen der zuletzt etwas schwächeren konjunkturellen Entwicklung", bestätigte BA-Chef Detlef Scheele. "Die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern schwächt sich merklich ab." Insgesamt jedoch bleibe die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung "auf Wachstumskurs". Den überraschenden Anstieg von April auf Mai erklärte die Bundesagentur mit einem Sondereffekt: Der größere Teil des Anstiegs geht demnach auf "Prüfaktivitäten zum Arbeitsvermittlungsstatus von Arbeitslosengeld II-Berechtigten" zurück.

Wirtschaftswachstum schwächt sich ab

Im April war die Erwerbslosenquote noch auf ein Rekordtief gesunken. Mit einem Stand von 2,229 Millionen fiel die Zahl der Arbeitslosen auf den niedrigste April-Wert seit der Wiedervereinigung. Forschungsinstitute und die Bundesregierung hatten in den vergangenen Monaten allerdings bereits ihre Erwartungen an das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr gesenkt. Die Bundesregierung rechnet nur noch mit einem Plus von 0,5 Prozent, nach 1,4 Prozent 2018.

Auch bei der Zahl der offenen Stellen gab es im Jahresvergleich einen leichten Rückgang: Bei der Bundesagentur waren 792.000 Jobs gemeldet - 1000 weniger als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigung, die auch Menschen erfasst, die gerade beispielsweise an einer Weiterbildung teilnehmen, lag bei 3,19 Millionen. Sie stieg saisonbereinigt im Vergleich zum Vormonat um 42.000. Im Vorjahresvergleich ging die Zahl um 94.000 zurück.

Die Anzahl der Erwerbstätigen lag nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes im April bei 45,11 Millionen - das war ein Plus von 32.000 im Vergleich zum Vormonat, zum Vorjahr waren es 484.000 Menschen in Lohn und Brot mehr.

Dieser Anstieg beruht nach Einschätzung der BA-Statistiker weitgehend auf mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Deren Zahl hat laut Hochrechnungen der Bundesagentur von Februar auf März saisonbereinigt um 27.000 zugenommen. Damit hatten zuletzt 33,31 Millionen Menschen in Deutschland einen regulären Job - 646.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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