Wirtschaft

Finanzminister ausgewechselt Argentinien stemmt sich gegen Kollaps

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Argentiniens Präsident Macri steht unter Druck - wird er das Schuldenproblem seines Landes lösen können?

(Foto: imago images / Fotoarena)

Erneut blickt Argentinien in den Abgrund - das Land kämpft mit seinen Schulden, ein Staatsbankrott ist nicht ausgeschlossen. Präsident Macri will Kredite vom IWF, muss dafür sparen. Bei einer Vorwahl jedoch straft ihn die Bevölkerung dafür ab. Nun versucht Macri es zunächst einmal mit neuem Personal.

Argentiniens Präsident Mauricio Macri hat nach der schweren Niederlage bei den Vorwahlen mitten in der Wirtschaftskrise seinen Finanzminister ausgewechselt. Amtsinhaber Nicolas Dujovne räumte am Wochenende zweieinhalb Monate vor der Präsidentenwahl seinen Posten. Das Amt wird Hernán Lacunza antreten, der bislang Wirtschaftsminister der Provinz Buenos Aires war. "Ich habe Vertrauen, dass er die geeignete Person für diese neue Etappe ist", schrieb Macri auf Twitter.

US-Dollar / Argentinischer Peso
US-Dollar / Argentinischer Peso 59,60

Bei den allgemeinen Vorwahlen vor einer Woche hatte Macri eine herbe Niederlage hinnehmen müssen. Der Oppositionskandidat Alberto Fernández, mit der Ex-Präsidentin Cristina Kirchner als Vizekandidatin, erhielt 47,6 Prozent der Stimmen. Macri kam lediglich auf 32 Prozent. Die Vorwahlen gelten als wichtiger Stimmungstest für die Präsidentenwahl im Oktober.

Nach Macris Schlappe kollabierten die Börse und die Landeswährung Peso. Daraufhin wurde die Kreditwürdigkeit des mit Schuldenproblemen kämpfenden Landes herabgestuft. Investoren fürchten, dass Fernandez nach einem Sieg bei der Präsidentenwahl eine Abkehr vom wirtschaftsfreundlichen Kurs Macris einläuten würde.

Wie ein Referendum über Sparkurs

Die Vorwahl galt weithin als eine Art Referendum über Macris Vereinbarungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Im Gegenzug für einen IWF-Hilfskredit sagte der Präsident einen Sparkurs zu. Dies sorgte für Proteste in dem rezessionsgeplagten Land, das zudem unter einer gewaltigen Inflation leidet.

Nach der Niederlage im Stimmungstest reagierte Macri umgehend und kündigte vergangene Woche unter anderem höhere Sozialausgaben und eine Senkung der Einkommensteuern an. Wenige Tage später kam der nächste Nackenschlag: Die Ratingagenturen Fitch und Standard & Poor's (S&P) vergaben schlechtere Bonitätsnoten für Argentinien. Das dürfte dessen Kosten bei der Kreditaufnahme zusätzlich erhöhen.

Fitch verwies auf die gestiegene politische Unsicherheit und sprach von einer problematischeren finanziellen Lage. Ferner erwarten die Experten eine weitere Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Situation, was die Wahrscheinlichkeit eines Staatsbankrotts erhöhe.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa/rts

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