Wirtschaft
Stahldraht auf Rollen: In China ist es nicht nur der Kalendereffekt, der die stark beachteten Einkaufsmanagerindices in Richtung Stagnation drückt.
Stahldraht auf Rollen: In China ist es nicht nur der Kalendereffekt, der die stark beachteten Einkaufsmanagerindices in Richtung Stagnation drückt.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 28. Februar 2018

Warnsignale aus China und Japan: Asien-Daten deuten Abkühlung an

Die Industrie in China und Japan zeigt Anzeichen der Abschwächung. Eine Umfrage unter chinesischen Einkaufsmanagern offenbart aufkommende Wachstumszweifel. In Tokio verzeichnet das Handelsministerium den kräftigsten Produktionseinbruch seit 2011.

In der Volksrepublik China hat sich der Einkaufsmanager-Index für die gewerbliche Wirtschaft im Februar deutlich abgekühlt. Das Barometer fiel stärker als erwartet um einen Punkt auf 50,3 Zähler und lag damit nur noch knapp oberhalb der Wachstumsschwelle.

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An den Börsen werteten Beobachter die Daten als beunruhigendes Konjunktursignal: Der chinesische Einkaufsmanager-Index erreichte damit den schwächsten Wert seit mehr als eineinhalb Jahren. Saisonale Sondereffekte können den Rückgang nur zum Teil erklären: Die Feiertage zum chinesischen Neujahrsfest fielen in diesem Jahr zum Teil in den Februar. Dies sorgte Experten zufolge dafür, dass viele Fabriken ihre Aktivitäten im fraglichen Zeitraum einschränken mussten. Zudem hätten sich allerdings auch schärfere Umweltvorschriften auf die Indexentwicklung ausgewirkt, hieß es.

Auch bei den Dienstleistern schwächte sich das Wachstum ab, hielt sich aber insgesamt noch stärker als in der Industrie. Hier fiel das entsprechende Barometer um knapp einen Punkt auf 54,4 Zähler. Das ist der niedrigste Wert seit Oktober. Die Regierung in Peking will den Konsum im Land stärken und unabhängiger von den Exporten der Industrie werden.

Einbrüche in Japans Industrie

In Japan zeichnet sich unterdessen zu Jahresbeginn ebenfalls eine konjunkturelle Abschwächung ab, wie aus Daten des Handelsministeriums in Tokio hervorgeht. Die Industrieproduktion ging im Januar zum Vormonat um 6,6 Prozent zurück - und damit stärker als von Ökonomen erwartet.

Kräftiger bergab ging es beim Industrieausstoß in Japan zuletzt nur nach dem verheerenden Erdbeben im März 2011. Vor allem die Pkw- und Lkw-Produktion sei angesichts schwacher Exporte Richtung USA deutlich zurückgefahren worden, erklärte ein Regierungsvertreter in Tokio.

Quelle: n-tv.de