Wirtschaft

Krisengipfel in Brüssel Athen erhält frische Milliarden

Nach rund elf Stunden zäher Verhandlungen einigen sich die Euro-Finanzminister auf ein Paket für weitere Griechenland-Hilfen. Es sollen 10,3 Milliarden Euro an Athen ausgezahlt werden. Auch Schuldenerleichterungen sollen Teil des Pakets sein.

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Die Eurogruppe hat eine Einigung über die weitere Unterstützung Griechenlands erzielt. Die Euro-Finanzminister hätten weiteren Auszahlungen von 10,3 Milliarden Euro in mehreren Tranchen an Athen zugestimmt, sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem nach fast elfstündigen Verhandlungen in Brüssel.

Auch eine Einigung über Schuldenerleichterungen und die Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) an dem Hilfsprogramm sei erzielt worden. Dijsselbloem bezeichnete das Ergebnis als Durchbruch.

Der IWF hatte deutliche Schuldenerleichterungen zur Voraussetzung für eine Beteiligung an dem griechischen Hilfsprogramm gemacht. Dijsselbloem nannte nun unter anderem die Bereitstellung von Gewinnen der Europäischen Zentralbank mit griechischen Staatsanleihen sowie den Einsatz von ungenutzten Mitteln zur Bankenrekapitalisierung, um Athen zu entlasten.

Ein Sparpaket "auf Vorrat"

Die griechische Regierung hatte in den vergangenen Wochen Rentenkürzungen und eine Einkommensteuerreform durch das Parlament in Athen gebracht. Zusammen machen die Budgetkorrekturen 5,4 Milliarden Euro aus. Es gibt auf Wunsch der internationalen Geldgeber auch ein Sparpaket "auf Vorrat", das beim Verfehlen von Haushaltszielen in die Tat umgesetzt werden soll.

Griechenland benötigt die Kredite dringend, andernfalls droht – wie bereits im vergangenen Jahr – die Staatspleite. 2015 hatten sich Athen und die internationalen Geldgeber auf ein neues Rettungsprogramm in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro für das pleitebedrohte Euro-Land verständigt. Davon wurden bisher 21,4 Milliarden Euro ausgezahlt. Weitere Zahlungen waren lange durch Verzögerungen bei Reformen in Griechenland blockiert. Inzwischen hat Athen aber die Forderungen der Gläubiger weitgehend erfüllt.

In der Nacht gab es in der Eurogruppe zähe Verhandlungen, um Meinungsverschiedenheiten mit dem Internationalen Währungsfonds IWF zu überbrücken.

Quelle: n-tv.de, dsi/dpa/AFP

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