Wirtschaft

Tiefster Stand seit 20 Jahren Atom-Schlappe lässt Eon-Aktie abstürzen

Es ist kein gutes Börsenjahr für die deutschen Energiekonzerne, die Energiewende setzt ihnen mächtig zu. Nun erwischt es Eon, das sich wohl nicht vor hohen Kosten für den Abbau seiner Atommeiler drücken kann. Den Anlegern gefällt das gar nicht.

Ein erwartet schwachen Start erwischen die Aktien des Energiekonzerns Eon, die um mehr als fünf Prozent auf das neue 20-Jahres-Tief von 9,12 Euro fallen. Im Dax ist Eon der mit Abstand schwächste Wert. Eon-Aktien haben seit Jahresbeginn mehr als 30 Prozent an Wert eingebüßt, allein seit Anfang Juli sind es mehr als 20 Prozent. Im Sog von Eon fallen RWE um 2,5 Prozent.

Der Versorger hatte am Mittwochabend angekündigt, seine Kernkraftwerke in Deutschland nicht wie geplant in die neue Gesellschaft Uniper abzuspalten. Eon reagiert damit auf Pläne für eine Änderung des Haftungsgesetzes. Die Bundesregierung will verhindern, dass Eon im Fall einer Abspaltung der Atomkraftwerke in eine neue Gesellschaft nur noch fünf Jahre für zusätzliche Kosten haften muss.

Festhalten am Ausblick

"Die Entscheidung kam ziemlich überraschend. Eigentlich war damit gerechnet worden, dass es erst einmal zu einer Klage Eons gegen die Gesetzesänderung kommt", sagte ein Händler. "Jetzt sieht es so aus, als ob Eon seine Kraftwerke und damit seine Risiken nicht los wird und das ist keine gute Perspektive für die Aktie."

Der Konzern will zudem einen hohen einstelligen Milliarden-Betrag abschreiben, das dürfte zu einem Jahresverlust von bis zu zwei Milliarden Euro führen. Den Ausblick auf das operative Ergebnis vor Abschreibungen hat Eon dagegen bestätigt, ebenso die aktuelle Dividende. Das wiederum hält die Verluste laut Händlern noch in Grenzen. Der Konzern rechnet für 2015 mit einem Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen) zwischen 7,0 und 7,6 Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de, kst/DJ/rts