Wirtschaft

Fortschritt in Handelsgesprächen Auch China lässt Zollkrieg ruhen

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Reges Treiben am Containerhafen in Qingdao. Vorerst belegen sich China und die USA nicht mit neuen Strafzöllen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die vertrackten Handelsgespräche zwischen China und den USA tragen kleine Früchte. Peking verzichtet auf weitere Strafzölle und tut es den Amerikanern damit gleich. Die Beziehung bleibt jedoch zerbrechlich und ein neues Handelsabkommen steht weiterhin aus.

Nach den USA hat auch China die angedrohte Zollrunde gestoppt. Die chinesische Regierung verzichte auf die Einführung von Aufschlägen in Höhe von zehn und fünf Prozent auf bestimmte US-Importe, teilte das Finanzministerium in Peking mit. Die zusätzlichen Zölle auf Autos und Ersatzteile aus den Vereinigten Staaten sollten ursprünglich ab diesem Sonntag gelten. China hoffe, gleichberechtigt und in gegenseitigem Respekt mit den USA zusammenzuarbeiten, um die Bedenken beider Seiten auszuräumen, hieß es in der Mitteilung, die über Online-Seiten der Behörden sowie in staatlichen Medien veröffentlicht wurde. Man wolle die Handelsbeziehungen der beiden Länder festigen.

Die USA hatten bereits am Vortag erklärt, die neue Zollrunde auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Die beiden Länder hatten zuvor einen bedeutenden Schritt zur Beilegung ihres seit mehr als anderthalb Jahren andauernden Handelsstreits gemacht. China sagte demnach unter anderem den Kauf zusätzlicher US-Agrarprodukte zu, die USA die Senkung einiger Zölle sowie den Stopp der für Sonntag geplanten Zusatzzölle.

Am Freitag einigten sich die beiden größten Wirtschaftsmächte der Welt auf die erste Phase für ein umfassendes Handelsabkommen. US-Präsident Donald Trump kündigte daraufhin an, auf neue Strafzölle von 15 Prozent auf Importe aus China im Wert von 160 Milliarden Dollar (145 Milliarden Euro) zu verzichten, die ebenfalls am Sonntag in Kraft getreten wären.

Nun soll rasch eine zweite Verhandlungsphase folgen. In dem Handelskonflikt überziehen sich die USA und China mit milliardenschweren Abgaben, was nicht nur die Wirtschaft beider Seiten belastet, sondern auch der Weltkonjunktur zusetzt. Trump wirft China unfaire Handelspraktiken zulasten von US-Unternehmen und den Diebstahl geistigen Eigentums vor. Er setzte deshalb eine Strafzollspirale in Gang, die inzwischen einen großen Teil aller Importe aus China in die USA betrifft. Peking reagierte mit Gegenzöllen.

Quelle: ntv.de, ibu/rts/AFP