Wirtschaft

BMW macht den Weg frei Audi hofft auf neuen Chef

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Der ehemalige BMW-Vorstand Duesmann könnte schon nächste Woche zum nächsten Audi-Chef ernannt werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Kommt es zum schnellen Wechsel nach Ingolstadt? Die Münchner bestehen lange darauf, dass Ex-BMW-Vorstand Duesmann seinen Vertrag erfüllt, bevor er zum Konkurrenten Audi wechseln darf. Mit der Blockade sei nun Schluss, heißt es. Audi könnte Duesmann schon nächste Woche ins Amt heben.

Der Automobilkonzern Volkswagen will nach Angaben aus Konzernkreisen in der kommenden Woche den ehemaligen BMW-Vorstand Markus Duesmann zum künftigen Vorstandschef seiner Tochter Audi ernennen. Der Aufsichtsrat wolle sich in seiner Sitzung am 15. November mit der Personalie befassen, sagten drei mit der Sache vertraute. Geplant sei, dass Duesmann im April kommenden Jahres den aktuellen Audi-Chef Bram Schot ablöst, sagte einer der Insider. Als neue Position für Schot sei das China-Ressort im VW-Konzernvorstand im Gespräch. Diese Aufgabe wird bisher von VW-Chef Herbert Diess verantwortet. VW und Audi lehnten Stellungnahmen ab.

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Einem weiteren Insider zufolge hat BMW nach langem Hin und Her unlängst entschieden, Duesmann am 1. April 2020 und damit vorzeitig aus seinem Vertrag zu entlassen. Die Münchner hatten lange darauf beharrt, dass der Ingenieur seinen bis 1. Oktober laufenden Vertrag erfüllt. Eingeweihten zufolge ging der Entscheidung, Duesmann ziehen zu lassen, hinter den Kulissen längere Verhandlungen zwischen Volkswagen und BMW voraus.

Der Niederländer Schot war Ende vergangenen Jahres dauerhaft zum Vorstandschef der VW-Tochter berufen worden. Schot war im Juni vergangenen Jahres an die Unternehmensspitze gerückt, nachdem sein Vorgänger Rupert Stadler wegen Betrugsverdachts in der Dieselaffäre in Haft genommen worden war. Später trennte sich der Mutterkonzern von Stadler.

Duesmann wird nun zugetraut, die Entwicklung von sauberen Dieselmotoren voranzutreiben - und Audis Altlasten im Abgasbetrug zu beseitigen. Er soll der Ingolstädter Premiummarke zu altem Glanz verhelfen, den sie durch die Dieselmanipulation eingebüßt hat. Dazu gehört auch, dass Audi wirtschaftlicher aufgestellt wird. Betriebsratskreisen zufolge verhandeln Arbeitnehmer und Audi-Führung darüber, die Kapazitäten der Werke in Ingolstadt und Neckarsulm zu reduzieren. Eine Einigung könne bereits in der kommenden Woche erzielt werden.

Quelle: n-tv.de, lwe/rts

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