Wirtschaft

Bekannt durch Amthor-Affäre Augustus Intelligence stellt Insolvenzantrag

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Augustus Intelligence hat seine Büros im One World Trade Center.

(Foto: imago images/Cavan Images)

Mit der Lobby-Affäre um den CDU-Abgeordneten Amthor wird das Unternehmen Augustus Intelligence in Deutschland bekannt. Nach dem Skandal erhärtet sich der Verdacht, das Unternehmen würde Mitarbeiter und Investoren betrügen. Nun stellt das KI-Startup einen Insolvenzantrag.

Das Startup Augustus Intelligence hat vor dem US-Gerichte in Delaware Antrag auf Insolvenz gestellt. Das Unternehmen spricht in einer Stellungsnahme von einem "bedrohlich niedrigen" Bargeldbestand. In Deutschland bekannt wurde Augustus Intelligence im Juni 2020 durch die Lobbyismus-Affäre des CDU-Abgeordneten Philipp Amthor, der beim Bundeswirtschaftsministerium für das KI-Startup geworben und dort einen Direktorenposten erhalten hatte. Nach Bekanntwerden seiner Tätigkeit trat Amthor von seiner Funktion beim Startup zurück.

Neben Amthor standen auch der ehemalige Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg oder der ehemalige Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen dem Unternehmen nahe. Augustus Intelligence erfreut sich zudem zahlreicher prominenter Investoren, wie die deutsche Milliardärsfamilie von Finck. Das beantragte Insolvenzverfahren in den USA ist nicht mit einer Unternehmenspleite in Deutschland vergleichbar. Es dient in erster Linie der Umstrukturierung von Schulden. Seit März ermittelt zudem die US-Börsenaufsicht gegen Augustus Intelligence. Durch den Lobbyismus-Skandal erhärtete sich der Verdacht, das Unternehmen würde Mitarbeiter und Investoren betrügen.

Das Tätigkeitsfeld des Startups ist schwer zu definieren. Nach eigenen Angaben befasst sich das Unternehmen mit künstlicher Intelligence im Bereich der Gesichtserkennung. Im Rahmen der Amthor-Affäre hatte sich das Unternehmen in einer Stellungnahme als B2B-Tech-Unternehmen beschrieben, das "durchgehende, vertikal integrierte Lösungen für künstliche Intelligenz (KI)" entwickele. "Sie umfassen Produkte, Dienstleistungen und Infrastruktur, die Unternehmen auf ihrem Weg unterstützen, KI anzuwenden." Dabei liege der Schwerpunkt vor allem auf den Techniken "Computer Vision" und "Natural Language Processing (NLP)".

Kaum Infos über Augustus Intelligence

Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich den Angaben zufolge in New York im One World Trade Center, mit weiteren Büros in Menlo Park, Paris und München. Rund 80 Mitarbeiter sollen beim Startup angestellt sein und es sei "zu 100 Prozent von privaten Investoren finanziert, hat keine öffentlichen Schulden und erfüllt selbstverständlich sämtliche anwendbaren Regelungen und Steuervorschriften."

Das Unternehmen habe sich zur Zeit der Amthor-Enthüllungen im sogenannten Stealth Mode befunden, "eine übliche Praxis im Wagniskapitalbereich bei Unternehmensgründungen in der Frühphase - vor allem in den USA", heißt es in der Mitteilung. Damit schütze ein Startup seine Ideen, sein Team und seine Organisationsstruktur "gegenüber größerer, meist über mehr Ressourcen verfügender Konkurrenz." Das sei der Grund gewesen, weshalb Mitarbeiter von Augustus Intelligence zu diesem Zeitpunkt ihren Arbeitgeber nicht auf LinkedIn oder ähnlichen Plattformen veröffentlichen, Büros nicht aktiv beworben werden und "online bisher noch vergleichsweise wenig Informationen zu finden sind".

Quelle: ntv.de, mba

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