Wirtschaft

Reaktion auf US-Sanktionen Autobauer PSA legt Iran-Aktivitäten auf Eis

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Bei PSA wird vorerst nicht mehr mit dem Iran gehandelt.

(Foto: imago/PanoramiC)

Die bevorstehenden US-Sanktionen setzen europäische Unternehmen unter Druck. Bis auf Weiteres will der Autohersteller PSA nicht mehr mit Geschäftspartnern im Iran zusammenarbeiten oder handeln. Dabei soll noch an einem Ausweg gefeilt werden.

Der französische Autobauer PSA bereitet sich wegen der drohenden US-Sanktionen darauf vor, seine Iran-Geschäfte zu stoppen. Der Konzern habe den Prozess begonnen, um die Aktivitäten seiner Gemeinschaftsunternehmen mit iranischen Herstellern auszusetzen, teilte die Opel-Mutter mit.

Das Unternehmen wies aber darauf hin, dass es mit Unterstützung der französischen Regierung im Kontakt mit den US-Behörden stehe, "um eine mögliche Ausnahme in Betracht zu ziehen". Die USA hatten Anfang Mai das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt, die ersten ausgesetzten US-Wirtschaftssanktionen gegen das Land treten am 6. August wieder in Kraft.

Das trifft auch europäische Unternehmen: Denn das US-Sanktionsrecht kann in den USA aktive Unternehmen und Banken bestrafen, wenn sie weiter im Iran Geschäfte machen oder diese absichern. PSA hatte vor gut zwei Jahren die Rückkehr auf den US-Markt angekündigt.

Iran-Geschäft macht nur ein Prozent aus

PSA, zweitgrößter europäischer Autobauer, legt Wert auf die Feststellung, dass - finanziell gesehen - die Bedeutung des iranischen Markts minimal ist. Die 2016 aufgenommenen Aktivitäten im Iran machen nach Angaben der Gruppe "weniger als ein Prozent" der Gesamtverkäufe aus. Diese Ankündigung ändere weder die allgemeine Zielsetzung des Strategieplans des Unternehmens noch die derzeitigen finanziellen Orientierungen.

US-Präsident Donald Trump hatte am 8. Mai den Ausstieg seines Landes aus dem 2015 mit dem Iran geschlossenen internationalen Atomabkommen und die Wiedereinsetzung der US-Wirtschaftssanktionen gegen Teheran verkündet. Washington drohte mit Strafmaßnahmen auch gegen alle Unternehmen, die Verbindungen zur Islamischen Republik Iran unterhalten. Es setzte ihnen eine Frist zwischen 90 und 180 Tagen, um sich aus dem Iran zurückzuziehen.

Grenell mahnte auch deutsche Firmen

Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hatte kurz nach Trumps Entscheidung zum Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran deutsche Firmen in einer Twitter-Botschaft aufgefordert, ihr Iran-Geschäft "sofort" herunterzufahren. Damit stieß er in Deutschland auf viel Kritik.

Der französische Total-Konzern hatte vor kurzem angekündigt, dass er ein im Juli 2017 gestartetes Erdgas-Großprojekt im Iran nicht zu Ende führen werde - es sei denn, er bekäme eine Ausnahmegenehmigung von den US-Behörden. Der Iran setzt Total mittlerweile eine Frist von 60 Tagen, um von Washington eine Ausnahme von den neuen US-Sanktionen zu erhalten. Total ist der einzige westliche Energiekonzern, der nach der Aufhebung der Finanz- und Handelssanktionen infolge des Atomabkommens 2015 im Iran investiert hat.

Das Atomabkommen vom Dezember 2015 hatten die fünf UN-Vetomächte und Deutschland mit dem Iran geschlossen. Es verpflichtet Teheran, seine Urananreicherung zu zivilen Zwecken drastisch herunterzufahren und verschärfte internationale Kontrollen zuzulassen. Im Gegenzug sollen die Strafmaßnahmen gegen das Land schrittweise aufgehoben werden. Trump fordert ein neues, umfassenderes Abkommen mit Teheran.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP/dpa

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