Wirtschaft

Nach Kurzarbeit und Verlusten Autozulieferer Hella streicht 900 Jobs

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Hella-Scheinwerfer sind in vielen Pkw verbaut.

(Foto: Hella Lippstadt/dpa)

Mit Kurzarbeit rettet sich der Scheinwerfer-Spezialist Hella in der Krise. Doch die Produktion beim Unternehmen mit Sitz in Lippstadt leidet nachhaltig durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Das hat Folgen für die Mitarbeiter.

Der Autozulieferer Hella stellt sich auf ein langes Tief in der Branche ein und will am Firmensitz im nordrhein-westfälischen Lippstadt bis Ende 2023 rund 900 Arbeitsplätze abbauen. Davon betroffen seien die Verwaltung und die Entwicklung, teilte der Scheinwerfer-Spezialist mit. "Das allgemeine Marktumfeld hat sich jetzt noch einmal deutlich verändert. Daher führt an weiteren strukturellen Anpassungen kein Weg vorbei", erklärte Konzernchef Rolf Breidenbach.

Hella erhofft sich von dem Stellenabbau und von weiteren Sparmaßnahmen an den Standorten in Deutschland eine Verbesserung des operativen Gewinns um 140 Millionen Euro. Zunächst kosten die Einschnitte aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise aber 240 Millionen Euro, die das Familienunternehmen auch im neuen Geschäftsjahr 2020/21 an den Rand der Verlustzone führen. Das Unternehmen ist Ende Mai ins Straucheln geraten.

Der Autozulieferer war mit Kurzarbeit durch die Krise gekommen, rechnet aber im laufenden Jahr allenfalls mit einer leichten Erholung. An den Investitionen in Automatisierung und Software wolle man trotzdem nicht sparen, betonte Breidenbach. Der Umsatz werde bei 5,6 bis 6,1 Milliarden Euro liegen, nachdem er im vergangenen Geschäftsjahr um 14 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro eingebrochen war.

Weniger Betrieb in Fabriken

Im vergangenen Geschäftsjahr war der operative Gewinn bereinigt um 59 Prozent auf 233 Millionen geschrumpft. Unter dem Strich landete Hella aber tief in der Verlustzone: Weil das Unternehmen davon ausgeht, dass die eigenen Fabriken auch mittel- und langfristig nicht so stark ausgelastet sein werden wie vor der Krise, schrieb es gut eine halbe Milliarde Euro auf die Produktionsanlagen ab.

Das führte zu einem operativen Gewinn von minus 343 Millionen Euro. In den vergangenen zwei Jahren seien bereits vor allem im Ausland 5400 Stellen abgebaut worden, erläuterte ein Sprecher. Nun rücke Deutschland verstärkt in den Fokus, wo immerhin ein Viertel der weltweiten Belegschaft von 36.000 Mitarbeitern beschäftigt ist.

Quelle: ntv.de, cbr/rts