Wirtschaft

Chipmangel und Rohstoffpreise BMW ist trotz Belastungen zuversichtlich

2021-05-06T115702Z_2054406915_RC2BAN9H2DQP_RTRMADP_3_USA-ECONOMY-ROBOTS.JPG

BMW erwartet mindestens 500 Millionen Euro Mehrbelastungen durch steigende Rohstoffkosten.

(Foto: REUTERS)

Die Kunden in China und höhere Preise haben bei BMW für ein starkes Auftaktquartal gesorgt. Für den Rest des Jahres geben sich die Münchener aber zurückhaltend. Man werde nicht ganz ungeschoren davonkommen, sagte Konzernschef Zipse mit Blick auf die aktuellen Branchenbelastungen.

Der Münchner Autobauer BMW sieht sich trotz steigender Rohstoffkosten und der weltweiten Halbleiterknappheit in der Autobranche für das Gesamtjahr gut gerüstet. Die Nachfrage nach Autos sei hoch, insbesondere in China, und die Kunden seien bereit, höhere Preise zu zahlen. Finanzvorstand Nicolas Peter prognostizierte ein deutlich höheres Vorsteuerergebnis.

BMW
BMW 92,98

Allerdings dürften vor allem in der zweiten Jahreshälfte die steigenden Preise für Stahl, Rhodium oder Palladium zu Buche schlagen, die derzeit auf Rekordniveau liegen. Zudem sei die Versorgungslage bei Speicherchips sehr angespannt. "Wir können für das zweite Quartal nicht davon ausgehen, dass wir ganz ungeschoren davonkommen", räumte BMW-Chef Oliver Zipse ein. Finanzvorstand Peter bezifferte die Mehrkosten auf bis zu eine Milliarde Euro, die sich durch Wechselkurseffekte immerhin noch auf 500 Millionen Euro halbieren dürfte.

Anders als die meisten anderen Autobauer weltweit war BMW bislang kaum von Produktionsunterbrechungen betroffen. Lediglich bei Mini in Großbritannien und in Regensburg standen die Bänder wenige Tage still - Volkswagen dagegen musste die Produktion wiederholt drosseln und Kurzarbeit anmelden. Zipse verwies dazu auf die traditionell enge Beziehungen zu seinen Lieferanten. Zudem habe BMW seine Produktionsplanung für 2021 nach Ausbruch der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr nicht maßgeblich reduziert.

Analyst: BMW stapelt tief

Im ersten Quartal profitierten die Münchner von einer starken Nachfrage in China und höheren Verkaufspreisen. Dazu kamen gute Geschäfte mit Leasing-Rückläufern in den USA. Der Konzernumsatz stieg auf Jahressicht um 15,2 Prozent auf 26,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verdoppelte sich auf gut drei Milliarden Euro. Die operative Marge im Autogeschäft stieg sogar auf 9,8 Prozent.

Unter dem Strich verdiente BMW mit 2,8 Milliarden Euro fast fünfmal so viel wie im vom Ausbruch der Corona-Pandemie besonders betroffenen ersten Quartal 2020. Aufwärts ging es insbesondere bei Elektroautos und Plug-In-Hybriden, wo sich der Absatz verdoppelte.

Mehr zum Thema

Für das laufende Jahr rechnet Zipse damit, dass die Auslieferungen von Fahrzeugen der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce solide über dem Vorjahresniveau liegen. Die Gewinnmarge im Autogeschäft dürfte sich deutlich erholen und am oberen Ende des Korridors von sechs bis acht Prozent herauskommen.

"Den Ausblick des Vorstands halten wir für sehr konservativ", schrieb Frank Schwope, Analyst bei der NordLB. "Ein Übertreffen des ausgegebenen Margen-Ziels käme nicht überraschend." Die Konkurrenten Daimler und Volkswagen hatten angesichts des guten ersten Quartals die Renditeprognosen erhöht, Audi bekräftigte den Margenausblick. BMW habe von den deutschen Autobauern das stärkste erste Quartal geschafft, sagte Moody's-Analyst Matthias Heck.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.