Wirtschaft

Für den Fall des No-deal Brexit BMW schließt kurzzeitig Werk in Oxford

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Das Mini-Werk in Oxford bleibt ab dem 1. April für vier Wochen geschlossen.

(Foto: imago/photothek)

Seit mehr als zwei Jahren bastelt Großbritannien an einem Brexit, bislang ohne konkrete Ergebnisse. Im schlimmsten Fall droht ein EU-Austritt ohne Abkommen. Auf dieses Szenario bereitet sich BMW mit seinem Mini-Werk in Oxford schon einmal vor.

BMW plant eine vorübergehende Schließung des Mini-Werkes in Oxford direkt nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Ab dem 1. April 2019 werde die Produktion in dem Werk für vier Wochen unterbrochen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Üblicherweise finden solche Unterbrechungen, bei denen Wartungsarbeiten oder Umbaumaßnahmen durchgeführt werden, im Sommer statt.

BMW "minimiere" damit das Risiko möglicher kurzzeitiger Unterbrechungen der Teile-Lieferungen im Fall eines "No-deal Brexit", sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Auch wenn dieses "Worst Case Szenario" unwahrscheinlich sei, bereite sich BMW darauf vor. "Wir bekennen uns zu unserer Geschäftstätigkeit in UK, dem weltweit einzigen Land, in dem wir für alle drei unserer Automobilmarken produzieren."

EU-Ratschef Donald Tusk will indes ein Scheitern der Verhandlungen mit Großbritannien nicht ausschließen. "Leider ist ein 'No-Deal-Szenario' immer noch durchaus möglich", erklärte er. Zugleich warnte er vor den Folgen, falls Großbritannien ohne Abkommen aus der EU austritt. "Aber wenn wir alle verantwortungsvoll handeln, können wir eine Katastrophe vermeiden."

Tusk kündigte an, den Brexit-Verhandlungen mehr Zeit zu geben als ursprünglich geplant. Er visiert nun einen Sondergipfel im November an. Ursprünglich wollte die EU bis Mitte Oktober ein Austrittsabkommen abschließen. Dieses sollte die Bedingungen des für 2019 geplanten Brexits regeln und eine Übergangsfrist bis Ende 2020 gewähren. Kommt der Vertrag nicht zustande, wird ein harter und vermutlich chaotischer Bruch befürchtet.

Im Juni vor zwei Jahren stimmten die Briten mit knapper Mehrheit für den Brexit. Seitdem hat sich noch nicht viel getan. Ein Knackpunkt bleibt, wie politisch heikle Kontrollen an der künftigen Grenze zwischen dem EU-Staat Irland und dem britischen Nordirland vermieden werden können.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa

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