Wirtschaft

Nach Hinweisen auf Zensur BSI gibt Entwarnung für Xiaomi-Smartphones

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Für das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ist der Fall abgeschlossen.

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

Eine Warnung aus Litauen veranlasst das zuständige Bundesamt, die Geräte des chinesischen Herstellers Xiaomi unter die Lupe nehmen. Nach mehrmonatiger Überprüfung können die Experten aber keine Sicherheitslücken feststellen. Das Unternehmen sieht sich bestätigt.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat in Smartphones von Xiaomi weder Sicherheitslücken noch Hinweise auf Zensurfunktionen entdeckt. Das teilte die Behörde mit. Das BSI hatte die Geräte aus China über mehrere Monate hinweg untersucht, weil zuvor die litauische Cyberabwehr vor Sicherheitslücken und eingebauten Zensurfunktionen in chinesischen Mobiltelefonen gewarnt hatte. Die Litauer hatten sich konkret auf das Modell Xiaomi Mi 10T 5G bezogen.

Das BSI habe bei der Untersuchung "relevanter Geräte" keine Auffälligkeiten festgestellt, erklärte der BSI-Sprecher. Es sei auch keine Übertragung von Filterlisten festgestellt worden. Deshalb seien keine weiteren Nachforschungen oder andere Maßnahmen bezüglich der Xiaomi-Smartphones erforderlich. Das Ergebnis der Untersuchungen beziehe sich auf Deutschland.

Ein Sprecher von Xiaomi begrüßte die BSI-Stellungnahme. Die Ergebnisse der Untersuchung bestätigten das Engagement von Xiaomi für eine transparente und verantwortungsbewusste Geschäftstätigkeit, bei der die Privatsphäre und die Sicherheit der Kunden oberste Priorität hätten. "Sie hat bewiesen, dass wir alle EU- und nationalen Datenschutz- und Sicherheitsgesetze sowie alle geltenden EU-Normen für unsere Produkte einhalten."

Schwere Vorwürfe aus Litauen

Das Verteidigungsministerium Litauens hatte Verbrauchern im September empfohlen, den Kauf chinesischer Mobiltelefone zu vermeiden beziehungsweise sich von schon gekauften Geräten zu trennen. Laut der litauischen Cybersicherheitsbehörde wurden eingebaute Zensurfunktionen in Xiaomi-Smartphones sowie eine Sicherheitslücke in bestimmten Telefonen des chinesischen Herstellers Huawei gefunden.

Die in Europa verkauften Xiaomi-Handys würden Begriffe wie "Freies Tibet", "Es lebe die Unabhängigkeit Taiwans" oder "Demokratiebewegung" erkennen und zensieren, so die Behörde im Sommer. Xiaomi hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Der Hersteller erklärte damals, Software zu benutzen, um Verbraucher vor bestimmten Inhalten wie Pornografie zu schützen und bezeichnete das Vorgehen als Standardmaßnahme in der Industrie. Xiaomi gehört zu den weltweit größten Smartphone-Konzernen. Die Mi-Geräte von Xiaomi sind auch in Deutschland sehr beliebt.

Die Beziehungen zwischen Litauen und China sind seit Längerem angespannt. Für Ärger sorgte die Eröffnung der Repräsentanz der taiwanischen Regierung in Vilnius - der ersten in Europa. China betrachtet die Inselrepublik als Teil der Volksrepublik und übt auch Druck auf Unternehmen wie den Autozulieferer Continental aus, keine in Litauen gefertigten Bauteile mehr zu nutzen.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/rts

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