Wirtschaft

Verdacht des Insider-Handels Bafin nimmt Linde-Chefs ins Visier

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Als die Pläne zum Zusammenschluss erstmals offiziell bestätigt wurde, verteuerte sich die Linde-Aktie vorübergehend um gut 20 Prozent.

(Foto: dpa)

Aus einer Routineuntersuchung ist ein konkreter Verdacht geworden: Linde-Manager könnten ihr Wissen aus Fusionsverhandlungen für Aktiengeschäfte genutzt haben. Zwei Manager haben im betreffenden Zeitraum freiwillig Aktien gekauft.

Die Finanzmarktaufsicht Bafin knöpft sich die aktuelle und ehemalige Linde-Spitze wegen des Verdachts auf Insidergeschäfte vor. Nach einer routinemäßigen Überprüfung der Wertpapiergeschäfte rund um den zunächst geplatzten Zusammenschluss mit dem US-Rivalen Praxair sei nun ein formelle Untersuchung wegen des Verdachts auf Insiderhandel gestartet worden, sagte eine Bafin-Sprecherin.

Sollten sich Beweise dafür finden, werde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, hieß es. Konkrete Namen nannte die Sprecherin nicht. Es gehe allgemein um den Handel mit Linde-Aktien in dem kritischen Zeitraum. Linde wollte sich zu dem Vorwurf nicht äußern.

Für den fraglichen Zeitraum im vergangenen Sommer weist Linde nur zwei Spitzenmanager aus, die freiwillig Aktien abseits von vertraglichen Verpflichtungen gekauft haben: Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle und Ex-Chef Wolfgang Büchele.

Reitzle deckte sich demnach im Juni mit Linde-Titeln im Wert von rund einer halben Million Euro ein. Nachdem die Pläne für einen Zusammenschluss Mitte August öffentlich wurden, stiegen die Linde-Papiere kräftig an. Zuvor hatten beide Seiten bereits wochenlang verhandelt. Der Deal scheiterte zwar im ersten Anlauf, vor Weihnachten einigten sich beide Seiten doch noch auf die Eckpunkte einer Fusion.

Quelle: n-tv.de, mbo/rts

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