Wirtschaft

GDL: Streik vorerst wie geplant Bahn erneuert Angebot und hofft auf Weselsky

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Ab morgen rollen theoretisch nur noch wenige Züge der Deutschen Bahn.

(Foto: REUTERS)

Seit dem Nachmittag stehen wieder einmal viele Güterzüge still. Ab morgen soll es auch im Personenverkehr der Bahn zu Beeinträchtigungen kommen. Die nunmehr dritte Streikwelle der GDL hat es in sich. Die Bahn versucht die Gewerkschaft zurück an den Verhandlungstisch zu lotsen. Doch Weselsky will erst morgen entscheiden.

Die Deutsche Bahn hat im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL ein neues Angebot vorgelegt. Es beinhalte eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro und eine Laufzeit des Tarifvertrags von 36 Monaten, wie aus Bahnkreisen verlautete. Bislang hatte die Bahn eine Laufzeit von 40 Monaten angeboten und die Höhe der Prämie nicht beziffert. Das Angebot sei der GDL schriftlich unterbreitet worden, hieß es. Kurz zuvor hatte im Güterverkehr der dritte Streik der laufenden Tarifrunde begonnen.

Schon vor der vorigen Streikrunde in der vergangenen Woche hatte die bundeseigene Bahn eine Corona-Prämie in Aussicht gestellt und damit gehofft, den damaligen Arbeitskampf noch abwenden zu können. GDL-Chef Claus Weselsky hatte den Vorstoß aber kurz darauf abgelehnt und unter anderem kritisiert, dass die Bahn keine konkrete Zahl genannt habe. Die nun angebotenen 600 Euro Prämie entsprechen der Forderung der Gewerkschaft.

Bei der Laufzeit eines Tarifvertrags will die GDL allerdings 29 Monate erreichen. Außerdem will sie, dass die erste Tarifstufe von 1,7 Prozent noch im laufenden Jahr gezahlt wird. Gegenüber ntv sagte Weselsky, man habe nun bis morgen Vormittag Zeit, das Angebot zu prüfen. "Bis dahin geht der Streik wie geplant weiter."

Die Gewerkschaft hatte am Nachmittag mit dem Streik im Güterverkehr begonnen. Am Donnerstagmorgen um 2 Uhr soll der Arbeitskampf auf den Personenverkehr ausgeweitet werden. Insgesamt mehr als fünf Tage soll der Streik dieses Mal dauern. Ob die Bahn mit dem erneuten Vorstoß den Arbeitskampf verhindern kann, ist bis zum Votum der GDL noch unklar.

"Es gibt jetzt erst recht keinen Grund mehr für einen Streik", sagte Personalvorstand Martin Seiler. Die Arbeitskampfmaßnahmen müssten gestoppt werden. Die Bahn wolle zentrale Forderungen der Gewerkschaft erfüllen. Die GDL müsse ihre "Blockadehaltung" aufgeben und an den Verhandlungstisch kommen.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa

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