Wirtschaft

Leitung wird deutlich kleinerBahnchefin Palla will jährlich 500 Millionen Euro sparen

27.01.2026, 13:56 Uhr
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Evelyn Palla legt die Axt an die Managementebene der Deutschen Bahn. (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Die Bahn steht vor großen Herausforderungen. Die Pünktlichkeit muss rauf, die Infrastruktur muss auf Vordermann gebracht werden und gespart werden muss auch noch. Und das will Konzernchefin Palla tun - 500 Millionen Euro jährlich - nur in der Leitung. Dabei könnte es aber nicht bleiben.

Bahnchefin Evelyn Palla will künftig pro Jahr 500 Millionen Euro in der Konzernleitung einsparen. "Wir wollen den Fokus legen auf die Funktionen, die uns tatsächlich unterstützen, dass die Qualität der Eisenbahn in der Fläche besser wird", sagte sie bei einem Neujahrsempfang des Unternehmens in Berlin. "Und von dem Rest, von allem anderen, werden wir uns verabschieden, weil wir uns das einfach nicht mehr leisten können."

Man brauche deutliche Einsparungen in der Konzernleitung, betonte die Managerin, die seit Oktober des vergangenen Jahres an der Bahnspitze steht. "Was nehmen wir uns da vor? Tatsächlich eine Kostenreduktion von bis zu 500 Millionen pro Jahr allein in der Konzernleitung."

Bereits einige Wochen nach ihrem Amtsantritt hatte Palla eine umfassende Umstrukturierung des gesamten Konzerns angekündigt und insbesondere auf den Führungsebenen einen Kahlschlag geplant. Von rund 3500 Stellen in der sogenannten Konzernleitung sollen demnach rund 30 Prozent abgebaut werden. Allein auf der Ebene unterhalb des Konzernvorstands hat Palla 21 von 43 Führungsposten gestrichen. Weitere Maßnahmen sollen folgen.

Als weiteren Schwerpunkt der Neuaufstellung bei der Bahn will die Chefin mehr Verantwortung in die Fläche verlagern. "Das heißt also, Maßnahmen für Qualitätssteigerungen in den Geschäften werden nicht mehr in der Konzernleitung getroffen, sondern in den Geschäften, direkt dort, wo wir nah am Kunden sind." Die Verantwortung für Stabilität und Qualität im Bahnbetrieb liegt damit künftig bei den regionalen Führungsebenen.

Palla will die Fortschritte im Konzern zudem an zwei Kennzahlen messen: an der Pünktlichkeit und am operativen Ergebnis (Ebit). Zumindest bei der schlechten Pünktlichkeit ist zunächst aber keine Besserung in Sicht. Palla verwies auf eine Rekordzahl an Baustellen, die in diesem Jahr auf dem Netz anstünden und den Verkehr ausbremsten. Im vergangenen Jahr lag die Pünktlichkeit im Fernverkehr bei lediglich rund 60 Prozent. Das ist auch das Mindestziel, das die Bahnchefin für 2026 ausgerufen hat.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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