Wirtschaft

Für Wachstum und Auslastung Bahntickets werden ab Dezember teurer

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Die Deutsche Bahn will die Unpünktlichkeit ihrer Züge in den Griff bekommen.

(Foto: imago/Future Image)

Die Deutsche Bahn erhöht einem Bericht zufolge ihre Ticketpreise zum Fahrplanwechsel. Bahnchef Lutz verteidigt die Erhöhung als gemäßigt. Er verspricht auch, dass die Bahnen pünktlicher werden sollen und kündigt Tausende Neueinstellungen an.

Die Deutsche Bahn will in diesem Jahr ihre Ticketpreise erhöhen, die Preissteigerung soll allerdings "moderat" ausfallen. "Im Durchschnitt werden die Preise des Fernverkehrs deutlich unterhalb der Inflationsrate steigen, die derzeit bei rund zwei Prozent liegt", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Richard Lutz, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Den Anstieg bezeichnete der Bahnchef als gemäßigt. "Wir wollen mit unserer Preispolitik Wachstum und Auslastung unterstützen." Der Preisanstieg tritt zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember in Kraft.

Die Pünktlichkeit der Bahn will Lutz vor allem durch die Digitalisierung der Strecken weiter verbessern. "Der Schlüssel für eine gute Betriebsqualität und Pünktlichkeit ist die Kapazität", sagte Lutz. "Wir wollen die Kapazitäten vor allem durch Digitalisierung erhöhen und künftig noch besser auslasten. Ein Plus von bis zu 20 Prozent halten wir für realistisch." Im bisherigen Jahresdurchschnitt lag die Pünktlichkeit laut Bahnchef bei 76 Prozent und damit "noch nicht dort, wo wir sie uns wünschen".

15.000 neue Mitarbeiter 

Im kommenden Jahr will die Bahn zudem Tausende neue Mitarbeiter beschäftigen, wie Lutz ankündigte. "Wir wollen wachsen und werden im nächsten Jahr mindestens 15.000 Mitarbeiter neu einstellen. In diesem Jahr werden es mindestens 19.000 sein", sagte der Bahn-Chef den Funke-Blättern.

Trotz des fortschreitenden autonomen Fahrens in den nächsten Jahren würden auch Lokführer "unbedingt weiter gebraucht", sagte Lutz. "Es wird noch ziemlich lange bis zu einem fahrerlosen Betrieb auf unseren Schienen dauern", sagte der Bahn-Chef.

Außerdem will sich die Deutsche Bahn mit ihrem Glasfasernetz am Ausbau des schnellen Internets in Deutschland beteiligen. "Wir haben an unseren 33.000 Kilometern Streckennetz bisher 18.500 Kilometer mit Glasfaser ausgerüstet. Diese Glasfasern sind nicht vollständig von der Bahn ausgelastet", sagte Lutz.

Glasfasernetz öffnen

Derzeit komme der Breitbandausbau nicht so schnell voran wie gewünscht. "Wir als Bahn könnten also unser Glasfasernetz vermarkten und so Teil der Lösung werden." Die Vermarktung könnte der Deutschen Bahn eine Milliardensumme einbringen. "Und mit diesen zusätzlichen Mitteln könnte man den weiteren Ausbau des Breitbandnetzes mitfinanzieren", sagte der Bahnchef. Damit bestätigt das bundeseigene Unternehmen Berichte über eine Öffnung des Netzes für andere Dienste.

Der "Spiegel" hatte berichtet, dass die Bahn nach einem Partner in der Telekommunikationsbranche suche. Die Mobilfunkbetreiber bräuchten dringend Glasfaserverbindungen, um das neue 5G-Mobilfunknetz aufzubauen. Die Empfangsstationen dieses ultraschnellen Funknetzes benötigten zum Datentransfer Breitbandkabel und -schächte, wie sie die Bahn habe. Die Lizenzen für das 5G-Netz will der Bund im kommenden Jahr versteigern.

Quelle: n-tv.de, cam/DJ/AFP/dpa

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