Wirtschaft

Brexit-Votum hat Folgen Bank of England senkt Leitzins auf Rekordtief

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Die Bank of England verringert ihren Zinssatz von 0,50 Prozent auf 0,25 Prozent.

(Foto: REUTERS)

Die britische Notenbank reagiert auf den Brexit-Schock mit einer Leitzinssenkung. Der Zins liegt jetzt nicht mehr bei 0,50, sondern bei 0,25 Prozent. Experten hatten mit diesem Schritt gerechnet. Und dennoch gibt es eine Überraschung.

Sechs Wochen nach dem Brexit-Votum hat die britische Notenbank den Leitzins auf ein neues Rekordtief abgesenkt. Er liegt jetzt bei 0,25 Prozent, wie die Bank of England mitteilte. Ökonomen und Börsianer hatten den Schritt vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten nach dem Brexit-Entscheidung so erwartet.

In ihrer ersten Sitzung nach dem Referendum über den EU-Austritt hatte die Bank of England Mitte Juli noch von einer Leitzinssenkung abgesehen und den Zinssatz bei 0,5 Prozent belassen. Inzwischen haben sich aber mehrere Indikatoren für die Wirtschaftsentwicklung eingetrübt. Die Zentralbank sprach nun von "deutlich" verschlechterten Aussichten für die Konjunktur.

Außerdem setzt die Notenbank das Kaufprogramm für Wertpapiere wieder in Gang: Die BoE kündigte an, dass über das bis 2012 aufgebaute Portfolio von 375 Milliarden Pfund hinaus weitere Staatsanleihen im Wert von 60 Milliarden Pfund gekauft werden. Zudem legt die BoE ein neues Kaufprogramm für Unternehmensanleihen auf, dessen Umfang 10 Milliarden Pfund beträgt.

Brexit schadet die Briten am meisten

Die Ankündigung der umfangreichen Wertpapierkäufe kam überraschend: Manche Experten hatten vorhergesagt, dass das Kaufprogramm nicht angetastet wird, andere hatten eine Aufstockung um 50 Milliarden Pfund erwartet.

Inzwischen haben sich die Anzeichen gemehrt, dass der Brexit vor allem den Briten selbst schadet. Die Eurozone und die globale Wirtschaft könnten dagegen relativ glimpflich davonkommen.

Die BoE setzte ihre Prognosen für das Wachstum in den Jahren 2017 und 2018 zum Teil drastisch nach unten: Für 2017 wurde die Prognose von 2,3 auf 0,8 Prozent gesenkt, für 2018 von 2,3 auf 1,8 Prozent. Das sind die größten Abwärtsrevisionen seit 1993. Auch für die Investitionen wurde die Vorhersagen gesenkt.

Quelle: ntv.de, kpi/AFP/DJ