Wirtschaft

Kostenschock für LandwirteBauernpräsident fordert Aus für CO2-Abgabe auf Diesel

09.03.2026, 17:49 Uhr
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Der Diesel der Bauern ist bereits steuervergünstigt. Rukwied fordert nun zusätzlich die Aussetzung der CO2-Bepreisung für alle Branchen. (Foto: picture alliance / photothek)

Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise nach oben und belastet auch die Landwirtschaft. Bauernpräsident Joachim Rukwied fordert deshalb ein Aus für die CO₂-Abgabe auf Diesel. Gleichzeitig müssten die Preise für Agrarerzeugnisse deutlich steigen.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes fordert angesichts stark gestiegener Energiepreise eine Aussetzung der CO2-Bepreisung auf Diesel. "Die Politik sollte die CO2-Besteuerung beim Diesel grundsätzlich aussetzen", sagte Joachim Rukwied im Interview mit RTL/ntv. Eine solche Maßnahme würde nach seinen Worten nicht nur der Landwirtschaft helfen, sondern auch dem Transportgewerbe.

Hintergrund sind die stark gestiegene Spritpreise seit Beginn des Iran-Krieges. Laut ADAC legte der durchschnittliche Dieselpreis seitdem 37 Cent zu. Für viele landwirtschaftliche Betriebe sind Kraftstoffpreise ein entscheidender Kostenfaktor, etwa für Traktoren, Erntemaschinen oder Transporte. Die CO2-Abgabe mache derzeit etwa 17 bis 18 Cent pro Liter aus, sagte Rukwied. Deutschland liege damit auch über dem Niveau vieler europäischer Nachbarländer. "Wir zahlen beispielsweise beim Diesel zwischen 15, in der Spitze bis zu 0,20 Euro pro Liter mehr", sagte der Bauernpräsident.

Den Einwand, dass die Landwirtschaft bereits von der Agrardieselsubvention profitiere und eine weitere Entlastung gegenüber anderen Branchen ungerecht sein könnte, ließ Rukwied nicht gelten. "Ich habe die Aussetzung der CO2-Bepreisung für alle Wirtschaftsbereiche gefordert und das möchte ich hier noch einmal unterstreichen", sagte er. Neben den Energiekosten steigen nach Angaben des Bauernverbandes auch andere Kosten. Besonders bei Stickstoffdüngern hätten sich die Preise innerhalb von zehn Tagen um rund 30 Prozent erhöht. "Das ist eine große Belastung für uns", sagte Rukwied.

Gleichzeitig stünden die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte unter Druck. Preise etwa für Weizen, Schweinefleisch oder Milch stiegen nicht im gleichen Maße wie die Kosten. "Unsere Erzeugerpreise gehen nicht nach oben, aber die Kosten für Energie und Betriebsmittel explodieren geradezu", sagte Rukwied.

Um wieder kostendeckend wirtschaften zu können, bräuchten Landwirte nach seinen Worten deutlich höhere Preise für ihre Produkte. "Wir brauchen für uns einen Anstieg der Preise um 25 bis 30 Prozent", sagte er. Da der Anteil der landwirtschaftlichen Rohstoffe am Endpreis vieler Lebensmittel vergleichsweise gering sei, würde sich das nur begrenzt auf Verbraucherpreise auswirken. Beim Brötchen etwa liege der Anteil der landwirtschaftlichen Erzeugnisse im Schnitt bei knapp 20 Prozent.

Sollte die wirtschaftliche Belastung länger anhalten, sieht Rukwied auch Risiken für die Struktur der Branche. Wenn die Situation ein oder zwei Jahre andauere, "dann ist das Risiko, dass mehr Höfe aufgeben müssen, sehr groß".

Quelle: ntv.de, nja

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