Wirtschaft

Streiks vorerst abgewendet Baugewerbe einigt sich im Tarifstreit

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Bei einer Laufzeit bis 31. März 2024 sollen die Bauarbeitenden neben Einmalzahlungen, Tariferhöhungen in diesem und den beiden kommenden Jahren erhalten, wie die Gewerkschaft IG Bau mitteilte. 

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Tarifverhandlungen für das Bauhauptgewerbe mit seinen 890.000 Beschäftigten haben sich hingezogen - fünf Verhandlungsrunden bringen keine Einigung, es drohten Streiks. In der zweiten Schlichtungsrunde gelingt jetzt ein Kompromiss. Das erzielte Tarifpaket soll bis Ende 2024 laufen.

Im Tarifstreit des Bauhauptgewerbes mit den rund 890.000 Beschäftigten haben sich die Verhandlungspartner in der Schlichtungsrunde geeinigt und damit einen Streik abgewendet. Bei einer Laufzeit bis 31. März 2024 sollen die Bauarbeitenden neben Einmalzahlungen, Tariferhöhungen in diesem und den beiden kommenden Jahren erhalten, wie die Gewerkschaft IG Bau mitteilte.

"Unsere Vorstellungen für eine gerechtere Entlohnung der Beschäftigten lagen durchaus höher, aber mit diesem Kompromiss können wir leben", sagt der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Robert Feiger. "Die Einkommenssteigerung liegt insgesamt über der Inflationsrate, sie ist im Osten durchweg höher als im Westen und kommt somit der angestrebten Gleichstellung erheblich näher, und wir haben die Angleichung von Ost- und Westlöhnen endgültig festgeschrieben", ergänzte er. Die Bauarbeitenden sollen demnach eine Corona-Prämie über 500 Euro erhalten, im Osten sind es 220 Euro.

Die vereinbarte Tariferhöhung sieht eine Steigerung ab November um zwei Prozent im Westen vor und drei Prozent im Osten. Ab April 2022 soll es eine weitere Steigerung um 2,2 (Ost: 2,8) Prozent geben und ab April 2023 dann nochmals um zwei (Ost: 2,7) Prozent. Darüber hinaus gibt es für das Tarifgebiet West ab Mai 2022 eine weitere Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro und ein Jahr später nochmals 450 Euro.

Die Vereinbarung legte zudem fest, dass es ab 2026 in den beiden Tarifgebieten eine hundertprozentige Angleichung geben muss. Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen in der fünften Runde drohte die Gewerkschaft mit Streiks. Die Tarifpartner einigten sich allerdings auf eine Schlichtung, die Rainer Schlegel übernahm, Präsident des Bundessozialgerichts. Knackpunkt bei den Verhandlungen war vor allem die Forderung der Gewerkschaft, Bauarbeitende für ihre Fahrt zu entfernt gelegenen Baustellen zu entschädigen.

Zudem verlangte sie 5,3 Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie das Angleichen der Ostlöhne an das Westniveau. Die Arbeitgeber hatten jüngst erklärt, die Frage einer Entschädigung für die Wegezeit sei Gegenstand des Bundesrahmentarifvertrags und nicht der Lohn- und Gehaltstarifverträge.

Quelle: ntv.de, jki/rts

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